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KnapsackSPIEGEL 01/2023

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Das Magazin des Chemieparks Knapsack

„Ohne Unterstützung

„Ohne Unterstützung der Politik geht es nicht“ 13. ChemCologne-Chemieforum „Transformation trotz Krise“ M ehr als 200 Besucher*innen kamen am 28. November 2022 zum 13. ChemCologne-Chemieforum ins Feierabendhaus des Chemieparks Knapsack, um sich über die aktuelle Lage der Branche und die derzeitigen Herausforderungen der Wirtschafts- und Energiekrise auszutauschen. Welche Strategien verfolgen die Unternehmen im Hinblick auf die Energietransformation? Welcher Maßnahmen bedarf es für eine klimaneutrale Chemieregion Rheinland? Antworten gaben die Referent*innen des Nachmittags. Eine davon lautete: Ohne Unterstützung seitens der Politik geht es nicht. „Wir wollen nach vorne schauen, nicht nach hinten“, eröffnete Christoph Kappenhagen, Vorstandsvorsitzender von Chem- Cologne und Geschäftsleiter von YNCORIS. Die Chemieindustrie als eine der energieintensivsten Branchen sei stark von den Folgen der Pandemie und des russischen Angriffskriegs in der Ukraine betroffen. Vor diesem Hintergrund sei Klimaneutralität im Jahr 2045 ein mehr als ambitioniertes Ziel. Ob Frank Hyldmar, Geschäftsführer von Currenta, Bart Van Assche, Vice President Global Infrastructure Technology bei BASF, Thomas Wessel, Vorstandsmitglied bei Evonik Industries oder Dr. Hubert Fink, Vorstandsmitglied bei LANXESS: Die Referenten waren sich einig, dass die Chemiebranche aktuell und in den nächsten Jahrzehnten vor enormen Herausforderungen steht. Die vorgestellten Technologien und Projekte sind innovativ und reichten von Grünstrom aus erneuerbaren Energien und Wasserstoff als Gasalternative über Abwärmenutzung durch Wärmepumpen bis hin zu Schwimmdächern aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). In der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich Wessel und Fink gemeinsam mit Paul Münnich, Projektmanager bei den Transformations- und Energiewende- Experten von Agora Industrie, mit dem NRW-Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Oliver Krischer, aus. „Um die Chemieindustrie der Region klimaneutral zu machen, muss doppelt so viel Strom erzeugt werden“, so Krischer. Wasserstoff sei hierbei ein entscheidendes Mittel, könne aber nicht die einzige Lösung sein. Wichtig sei es, auf direkte Elektrifizierung zu setzen, in erneuerbare Energien zu investieren und Grünstrom zu importieren. Auch Münnich und die Agora setzen auf drei ähnliche Strategien: die Elektrifizierung von Prozesswärme, das Recycling von Abfallstoffen und die Defossilisierung der Chemieindustrie. Alles Maßnahmen, die laut Wessel eine enorme Beschleunigung benötigen. „An der einen oder anderen Stelle müssen die Rahmenbedingungen angepasst werden“, so der Evonik- Vorstand. Krischer versprach, die Prozesse zu beschleunigen, hierzu seien bereits 240 Personalstellen geschaffen worden. In Bezug auf die Logistikengpässe prognostizierte der Minister allerdings keine zeitnahen Fortschritte: „Es wurde lange zu wenig investiert. Es ist schon schwer, den Status quo zu halten.“ Hier müsse auch die Industrie Beiträge leisten und beispielsweise in die Modernisierung der Schiffsflotten investieren. Beim abschließenden „Get-together“ und einem traditionellen Glas Kölsch wurden die Erkenntnisse vertieft und eine Hoffnung Christoph Kappenhagens dürfte sich erfüllt haben: „Ich wünsche uns allen, dass wir etwas optimistischer hier rausgehen als wir reingekommen sind.“ Weitere Informationen unter www.chemcologne.de und in der aktuellen Ausgabe von ChemCologne Compact. 26 | Ankündigungen & Termine Jubiläum – Wir gratulieren 25 Jahre Elefterios Tziotzios, BASF Eintritt 01.02.1998 Termine Pharma Technica 28. & 29.03.2023 YNCORIS Jubilar- und Pensionärsfeier im Phantasialand in Brühl 30.03.2023 Wo gehobelt wird ... Der Entstehungsprozess des KNAPSACK SPIEGELS enthält verschiedene Korrekturschleifen. Trotzdem schlägt auch bei uns der Fehlerteufel manchmal zu. In Ausgabe 6 / 2023 auf Seite 14 muss es Hoechst AG heißen – im Gegensatz zum Frankfurter Stadtteil Höchst. Auf Seite 17 haben wir CABB Chemicals GmbH geschrieben. Richtig wäre CABB GmbH. Ganz herzlichen Dank an alle, die den KNAPSACKSPIEGEL so aufmerksam lesen und uns helfen, noch ein bisschen besser zu werden!

„Was machst du denn hier?“ YNCORIS-Azubi Sven Breuer und der Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Frank Rock, trafen sich zufällig auf der Ausbildungsbörse der Stadt Hürth Ende Januar. Sie kennen sich noch aus der Zeit, als Breuer Schüler an der Don-Bosco- Grundschule war und Rock deren Schulleiter. Beide freuten sich sichtlich über das unerwartete Wiedersehen. Auf dem Bild (v. l.): Aylin Kocabeygirli, Gudrun Baer, Dr. Georg Kippels, Dirk Breuer, Susanne Stupp, Sven Breuer, Frank Rock, Marco Dederichs In zweiter Reihe: Quang Comes, Marc Reif, Dirk Borkenhagen Tarife für die Grundversorgung im Stromnetz von YNCORIS sinken Gemäß § 36 Abs. 1 Satz 1 EnWG müssen Energieversorgungsunternehmen für Netzgebiete, in denen sie die Grundversorgung von Haushaltskunden durchführen, Allgemeine Bedingungen und Allgemeine Preise für die Versorgung in Niederspannung öffentlich bekannt geben. Allgemeine Preise ab 1. April 2023 finden Sie im Internet unter https://www.yncoris.com/ leistungen/betreiben/ver-undentsorgung/energievertrieb CHEMIEPARK KNAPSACK ALS ERFOLGSMODELL DELEGATION AUS DER TÜRKEI IN KNAPSACK W elche Maßnahmen könnten die nachhaltige Weiterentwicklung der türkischen Region Trakya unterstützen? Wie lässt sich die Zusammenarbeit von türkischen und deutschen Unternehmen intensivieren? Und welche Vorteile bietet ein Chemiepark? Auf diese und viele weitere Fragen erhielt eine türkische Delegation Ende Januar Antworten. Insgesamt 16 Vertreter*innen aus dem Ministerium für Technologie und Industrie sowie Führungskräfte aus der westlich von Istanbul gelegenen Region Trakya nutzten die Gelegenheit, um sich im Chemiepark Knapsack umzuschauen und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Modernisierung der eigenen Chemie-Standorte kennenzulernen. Die Verantwortlichen aus Trakya hatten bereits mehrere Konzept-Varianten und Machbarkeitsstudien analysiert. „Bei ihren Recherchen sind sie auf das erfolgreiche Konzept des Chemieparks Knapsack gestoßen und haben uns angesprochen“, sagt Mehmet Demir, Geschäftsführer YNCORIS OnSite Engineering und Regionalleiter Ruhrgebiet, der das Treffen organisierte. GEMEINSAME INFRA - STRUK TUREN NICHT ÜBLICH Das Modell „Chemiepark“ ist in der Türkei noch relativ unbekannt. Dort gibt es organisierte Industriegebiete (OSB), das sind Industriezonen außerhalb von Wohnbebauungen, in denen sich Unternehmen ansiedeln können. Diese Betriebe haben jedoch nicht die Möglichkeit, wie im Chemiepark Knapsack auf eine vorhandene Infrastruktur zuzugreifen. Energieversorgung, Abfallmanagement oder Logistik, Werkschutz oder Werkfeuerwehr, aber Gastgeber Mehmet Demir (rechts) mit den Besucher*innen aus der Türkei auch die Planung und Instandhaltung von Anlagen – das alles müssen die Firmen individuell regeln. CHEMIEPARK-MODELLE IM ÜBERBLICK Während ihres Besuchs erhielten die Teilnehmer*innen einen Überblick über verschiedene Konzepte für den Aufbau und Betrieb eines Chemieparks. Dabei ist Knapsack ein typisches Beispiel für einen Multi-User-Standort. „Unsere Besucher*- innen waren von den klaren Strukturen und der erfolgreichen Zusammenarbeit der Standortunternehmen beeindruckt“, so Pierre Kramer, Leiter Standortentwicklung von YNCORIS. „Unser Chemiepark- Modell konnte interessante Impulse liefern – auch zu den Themen Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit.“ Darüber hinaus tauschten sich die Besucher*innen mit Experten von YNCORIS über Behördenanforderungen und Marktbedürfnisse in Deutschland aus. Ziel ist es, mehr Produkte aus der Türkei auf dem europäischen Markt anbieten zu können. Abgerundet wurde der Besuch mit einer Rundfahrt durch den Standort. Dann hieß es: „Çok teşekkür ederiz ve hoşça kalın“ – „Vielen Dank und auf Wiedersehen“. Doch schon im März ist Demir in die Türkei eingeladen, um mit seiner Erfahrung weiter zu unterstützen. KNAPSACKSPIEGEL 1 / 2023 | 27

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