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KnapsackSPIEGEL 02/2021

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Das Magazin des Chemieparks Knapsack

TESTLAUF FÜR MODERNE

TESTLAUF FÜR MODERNE MOBILITÄT Alltagstauglichkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit sind gleichermaßen die Kriterien für neue Betriebsfahrzeuge. Über den Lackmustest der besonderen Art berichtet Sven Krüger, Teamleiter Elektrotechnik bei YNCORIS. S eit Februar 2021 testet YNCORIS den „Loadster“ des deutschen Herstellers Citkar. Das Mini- Nutzfahrzeug ist eine Art Go-Kart mit Ladefläche und verbindet die Vorzüge der Fahrradzulassung mit denen der unterstützenden Elektromobilität. Der ursprünglich dreimonatige Test wird nun laut Sven Krüger, Teamleiter für Elektrotechnik bei YNCORIS, in Abstimmung mit dem Hersteller bis Mitte Mai verlängert und dann Bilanz gezogen. „Bei erfolgreicher Testphase erhoffen wir uns, mit einem Mix aus Fahrrädern, Lasten-E-Bikes und – gegebenenfalls reduzierter – weißer Flotte, unsere Fertigungskosten zu senken sowie die Arbeitszeit effektiver zu nutzen. Jeder Betrieb, der Interesse an dem Loadster hat, kann sich gerne für eine Probefahrt melden“, sagt der Testleiter. Der Zwischenstand des Projekts lautet wie folgt: „Für unseren Hauptanwendungsfall des Handwerker-, Material- und Werkzeugtransports ist eine Anschaffung noch nicht sinnvoll. Hier muss zunächst noch am Arbeits- und Werkstattkonzept gefeilt werden. Für unsere Operation Manager, Prüftechniker oder Aufsichtsführende denken wir über eine Anschaffung für den Chemiepark nach“, so Krüger. EFFIZIENZ UND PRAXIS- TAUGLICHKEIT Ausgangspunkt des Projekts ist es, Wegzeiten im Werk effizienter zu gestalten und die Parkplatzsituation zu entlasten. Im Mittelpunkt stehen neben der Effizienz die Aspekte von Praxistauglichkeit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Dies betrifft vor allem den Einsatz der Handwerker*innen, sowie des nötigen Werkzeugs und Materials bei den Kunden im Chemiepark Knapsack. Um Arbeitsabläufe effizienter gestalten zu können, werden diese zunächst sehr genau unter die Lupe genommen: „Im Fokus steht beispielsweise der Extra-Marsch der Handwerker*innen, falls diesen auf der Baustelle ein Material fehlt. Hier sollte mit einem Materialcontainer reagiert werden“, erläutert Krüger. „Das hat den Nachteil, dass neben den anfallenden Zusatzkosten der Container auch noch gefüllt und gepflegt werden muss. Es ist nicht garantiert, dass das benötigte Material auch dort vorhanden ist – im Zweifelsfall müssen sich die Handwerker*innen noch einmal auf den Weg machen.“ KOMFORT UND SICHERHEIT Wie Krüger schildert, wurden für diesen Bedarf verschiedene Möglichkeiten unter den involvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Entscheidern diskutiert und verworfen – zum Beispiel der Einsatz von Fahrrädern mit Anhängern, von Elektrotransportern oder Kleinwagen aus Gründen der Wettereinflüsse, der Praktikabilität oder der Anschaffungs- und Betriebskosten. Dann habe Thomas Happich, der die Geschäftseinheit Anlagenservice und -technik bei YNCORIS leitet, ihn auf die Idee der Lasten-E-Bikes gebracht. „Bei einer Internetrecherche bin ich dann auf die Cargo-E-Bikes von Citcar gestoßen“, erzählt Krüger. Zudem wurden auch die Angebote und die Marktreife anderer Lasten-E-Bikes mit Kabinenverkleidung geprüft. Schließlich bekam die Berliner Manufaktur Citkar den Zuschlag. Das Start-up bietet Probefahrten wie auch Kurzzeitmieten an. Es adressiert vorwiegend Liefer- und Paketdienste für die „urbane Mobilität“, die sich hier als schnelle, flexible und zuverlässige Fahrzeugalternative in den kritischen Zonen deutscher Innenstädte präsentiert. Darüber hinaus spricht der Hersteller von „höchsten Standards bei Qualität und Design“. Demnach sorgen diese Punkte für Komfort und Sicherheit: Ein robuster Stahlrahmen mit recyclebarer Karosserie, eine geräumige Kabine mit ergonomischem Sitz und Lenkrad mit patentierten Bremswippen, ein 250-Watt-Elektromotor mit 1,3 Kilowatt Nennleistung für den Heckantrieb, elektronisches Getriebe, gefederte Einzelradaufhängung, Telematikbox, individuell einstellbare Rückspiegel, LED-Licht- und Blinkanlagen, stabile Reifen auf 20-Zoll-Felgen und Hydraulikbremsen. Das 98 cm schmale und 272 cm lange Gefährt ist in drei Aufbauvarianten mit einer Höhe von 120 cm oder 165 cm erhältlich, die je nach Wahl ein maximales Ladegewicht von 200, 215 oder 235 Kilogramm ermöglichen. 22 | KNAPSACKSPIEGEL 2 / 2021

Vorteile des Mini-Nutzfahrzeugs Der Loadster ist ein überdachtes Cargo-E-Bike. • Es ist wind- und wettergeschützt, stabil und intuitiv bedienbar • Der E-Motor erleichtert beim Treten den Transport höherer Nutzlasten • Durch die Zulassung als Fahrrad mit Pedalunterstützung bis 25 km / h ist der Loadster führerschein- und KFZ-steuerfrei und zuschussfähig für die staatliche Mobilitätsförderung. Noch dazu darf es auf Radwegen fahren und direkt am Zielort geparkt werden • Das Fahrzeug „Made in Germany“ bietet über seine drei Modelle konfigurierbare Transportlösungen von der Pickup- Fläche bis zur modularen Box mit 640 bis 1.550 l Volumen GUT BEHOBENER SERVICEFALL „Das ist ja fancy, habe ich zuerst gedacht“, sagt Krüger. Das es nicht nur auf schickes Aussehen, sondern vielmehr um innere Werte und Praxistauglichkeit geht, zeigte sich schon wenige Tage nach dem Start der Testphase: Ein Motorschaden legte das Leihfahrzeug lahm. „Das ist natürlich ärgerlich und wird in unsere Gesamtbetrachtung mit einbezogen. Wenn wir eine Kaufentscheidung treffen sollten, werden wir uns bei dem Lieferanten ein Rücktrittsrecht ausbedingen, falls es innerhalb von zwei Jahren wieder so einen Fall geben sollte. Man kann sich auch über Service- und Wartungsverträge absichern“, so Krüger. Der Elektrotechnik-Experte weiß aber auch von der prompten Überprüfung durch das Kölner Fahrradcenter Schneider und die schnelle wie anhaltend erfolgreiche Reparatur durch einen extra aus Berlin angereisten Mechatroniker von Citkar zu berichten. Krüger verschweigt auch nicht einen weiteren „seltsamen Defekt“ mit einer herausgedrehten Tretkurbel: „Auch das haben sie gut behoben.“ FUN-FAKTOR UND PRÜFSTEIN Derweil hat das YNCORIS-Team nicht nur die Praxistauglichkeit und Effizienz für die eigenen Handwerker*innen auf den Einzelbaustellen getestet, etwa mit einem Fahrer und einem zu Fuß gehenden Kollegen, mit Werkzeugtasche oder hinterherziehbarem Werkzeugkoffer, mit dem Ladungsprozess des Draufwuchtens, Umräu- mens und Entnehmens der Materialien auf die Arbeitshöhe, dem möglichen Weiter-Weg-Parken und dem Praxisvergleich mit Hand- oder Sackkarre. „Vor diesem Hintergrund optimieren wir auch unsere Arbeits- und Werkstattkonzepte“, erklärt Krüger. „Und wir proben das Loadster-Projekt auch für die Kundenfahrten unserer Prüftechniker, Operations Manager und Aufsichtsführenden. Sie melden die Kolleg*innen täglich bei den Kunden an, treffen Absprachen, was gemacht werden muss, und sprechen die Probleme vor Ort und mit den YNCORIS-Kolleg*innen ab.“ Für den Anwendungsfall der Handwerker-Duos wäre laut Krüger aber die Zweisitzer-Version, die der Loadster-Hersteller bereits entworfen hat, „sensationell“. Das würde derzeit die größtmögliche Effizienz bei den Wegezeiten und Transportmöglichkeiten bedeuten. Seine vorläufige Bilanz lautet: „Es ist ein sicheres, praktikables und kostengünstiges Verkehrsmittel, das auch Spaß macht und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Arbeit erleichtert.“ KNAPSACKSPIEGEL 2 / 2021 | 23

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