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KnapsackSPIEGEL 03-04/2020

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

NEUE PROBLEMSTELLUNGEN I

NEUE PROBLEMSTELLUNGEN I ndustrielle Dienstleistungen sind ein komplexes und erklärungsbedürftiges Thema, der Vertrieb lebt vom persönlichen B2B-Kontakt. Doch bei einer Tasse Kaffee die Situation im Unternehmen und die Wünsche des Kunden anhand seiner Gestik und Mimik erspüren – das ist seit den Einschränkungen durch das Coronavirus nicht mehr möglich. Gespräche finden in den letzten Wochen vorrangig per Telefon oder Skype statt. Mehmet Demir, Regionalleiter Ruhrgebiet bei der YNCORIS, schildert die damit einhergehenden Herausforderungen und Chancen. WIE IST DIE AKTUELLE LAGE? Insgesamt gut. Wir treffen auf Kunden, deren Geschäft aufgrund ihrer Produktpalette boomt – andererseits natürlich auch auf solche, denen massiv Aufträge weggebrochen sind. Es ist offen gesagt nicht ganz einfach, neue Kunden über Skype oder ähnliche digitale Austauschformate von unseren Leistungen zu überzeugen. Auf der anderen Seite haben wir den Austausch mit vielen bestehenden Kunden deutlich intensiviert, um zu diskutieren, ob und in welcher Form wir zusätzliche Unterstützung bei der Bewältigung der Krise leisten können. DIGITAL STATT ANALOG – (K)EIN KONZEPT FÜR DIE ZUKUNFT? Ich glaube nicht daran, dass digitale Formate den persönlichen Kontakt in absehbarer Zukunft vollständig ersetzen können. Weil unser Arbeitsalltag und die Art, wie wir Kundenbeziehungen pflegen, stark von zwischenmenschlichen Aspekten abhängig sind: ein Blick, eine Geste, die Mimik meines Ansprechpartners – all das verrät mir häufig viel mehr als das gesprochene Wort. Und genau das kommt in einer Skype-Konferenz in der Form einfach nicht rüber. Andererseits bringt es natürlich auch Vorteile, wenn sich zum Beispiel die Gesprächspartner erst zwei Minuten vor dem vereinbarten Termin an den Rechner setzen statt bereits eine Stunde vorher ins Auto. Das bedeutet für alle eine willkommene Zeitersparnis, gerade jetzt in Zeiten von Corona. Denn das Tagesgeschäft läuft ja weiter, Kunden müssen die Krise quasi on top bewältigen – entsprechend eng sind die Zeitfenster.“ MEHR HERAUSFORDERUNG ODER CHANCE FÜR DEN VERTRIEB? Es ist auf jeden Fall eine spannende Zeit, die aus meiner Sicht aber auch Chancen bietet. Die Kunden werden durch die aktuelle Situation mit vollkommen neuen Problemen konfrontiert, die sich oft auch noch mit einer gewaltigen Dynamik weiterentwickeln – da kommt es vor allem darauf an, die steigende Komplexität zu managen. Und ich glaube, dass wir dabei eine gute Rolle spielen können, weil auch unser Leistungsangebot komplex ist und wir uns auf diesem Spielfeld daher traditionell gut auskennen. Der Unterschied zu „Friedenszeiten“ besteht darin, dass wir jetzt noch mehr den Menschen in den Fokus stellen müssen als sonst. Ganz ehrlich – mir ist vollkommen klar, dass sich das nach einer Floskel anhört, es ist tatsächlich aktuell aber wichtiger als je zuvor: Wie geht es meinem Ansprechpartner? Welche Bedürfnisse hat er gerade? Was treibt ihn an und vielleicht auch um? Welche besonderen Herausforderungen muss er bewältigen? Erst wenn wir die Antworten auf diese Fragen kennen, können wir eine Idee entwickeln, wie wir als Dienstleister in der aktuellen Situation sinnvoll unterstützen können. SCHUB FÜR DIE DIGITALISIERUNG F ür viele ist es mittlerweile ein Stück Normalität: das mobile Arbeiten. Zwar hatten viele Unternehmen – wie auch YNCORIS – längst die nötigen Voraussetzungen getroffen, genutzt wurden sie allerdings wenig. „Corona bietet uns große Chancen für neue Arbeitsformen“, sagt Thomas Sengelmann, der die Bereiche IT und Human Resources bei YNCORIS verantwortet. Das Coronavirus hat die Digitalisierung immens beschleunigt – mit den entsprechenden Anforderungen an die IT. Da das Unternehmen bereits über einen hohen Anteil an mobilen Geräten verfügte, standen dort technische Anpassungen, wie die Erhöhung der Internetbandbreite und VPN-Zugänge sowie die mobile Nutzung der Anwendungen im Vordergrund. Daneben stieg insbesondere die Nachfrage nach Zubehör wie Headsets oder Konferenzsystemen. Sie waren am Markt in kürzester Zeit Mangelware. Innerhalb der YNCORIS kam es zu einer Vervierfachung der Support-Anfragen – aber auch zu viel positivem Feedback. „Das freut uns“, sagt Marc Wittow, der die IT im Koordinierungskreis der YNCORIS vertritt. „Schließlich ist die Arbeit der IT kein Selbstzweck, sondern unterstützt unseren Kollegen bei ihrer Arbeit.“ 12 | KNAPSACKSPIEGEL 04.2020

FÜR ALLE FÄLLE Ver- und Entsorgung ist vorbereitet E s gibt Leistungen im Chemiepark Knapsack, die immer verfügbar sein müssen, weil ohne sie keine Produktion möglich wäre. Dazu zählt auch die Ver- und Entsorgung der YNCORIS. „Ein wesentlicher Auftrag aus unserer Vision & Mission lautet: Wir sichern die Ver- und Entsorgung für den Standort unter allen Bedingungen“, sagt Hendrik Majewski, Leiter VuE-Netze. Zusammen mit seinem Kollegen Christoph Schneiders, der den Bereich VuE Anlagen leitet, hat er schon sehr früh nach Ausbruch des Coronavirus ein Konzept auf den Weg gebracht, dass den Betrieb dieser kritischen Infrastruktur in jedem Fall sicherstellt. „Uns war schnell klar, dass das Thema einen größeren Maßstab annehmen würde“, so Schneiders. ELF FUNKTIONEN BILDEN NOTMANNSCHAFT Kern des Konzepts bildet eine Notmannschaft, die den VuE-Betrieb im Bedarfsfall ganz oder teilweise übernehmen und alle notwendigen Prozesse für eine gewissen Zeitraum sicherstellen würde. Dazu haben die Verantwortlichen aus jedem Team insgesamt elf Funktionen definiert, die in der Lage sind, den Regelbetrieb aufrechtzuerhalten, selbst wenn alle anderen ausfallen sollten. Dabei betrachteten Sie auch die Erfahrung der Mitarbeiter in den verschiedenen Funktionen und zogen die unterschiedlichsten Möglichkeiten in Betracht. Um die Ansteckungsgefahr der einzelnen Mitglieder des Notfallteams untereinander zu minimieren, arbeiten die Kollegen bereits seit 5. März mobil von zuhause aus – ohne persönlichen Kontakt zu den anderen Kollegen vor Ort. Dabei wohnen die Teammitglieder auch geografisch möglichst weit verteilt. „Alle Kollegen waren sofort bereit, ins Mobile Arbeiten zu wechseln und auch privat bestimmte Verhaltensregeln einzuhalten“, berichten Schneiders und Majewski. „Breite Unterstützung kam darüber hinaus von der Personalabteilung und dem Betriebsrat.“ Leiter des Notfallteams VuE im Fall der Fälle ist Berthold Menne, der gleichzeitig als Bereitschaftsingenieur fungiert. Hinzu kommen Vertreter aus den Bereichen Stromnetz, Rohrnetz, Netzservice, Verbund, Energieanlagen und HLKS (Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär). Neben dem Notfallteam hat die Ver- und Entsorgung weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht. So wurde der Zutritt zur Energiezentrale auf das jeweilige Schichtpersonal beschränkt, die Schichten voneinander getrennt. Es gelten zusätzliche Hygienemaßnahmen, die Mitarbeiter sind sensibilisiert, die Lagerbestände hochgefahren. IN KONTAKT BLEIBEN – WENN NICHT PERSÖNLICH, DANN VIRTUELL Die Kollegen der Ver- und Entsorgung stehen regelmäßig via Telefon oder Skype in Kontakt – nicht nur fachlich. „Da das kurze persönliche Gespräch wegfällt, halten wir es für besonders wichtig, uns auch abseits des Fachlichen in Bild und Ton auszutauschen“, sagt Majewski. „Meinem Eindruck nach ist die Stimmung bei den Kollegen in Mobiler Arbeit gut“, ergänzt Schneiders. Den Wechsel zu digitalen Medien haben alle Kollegen mitgetragen, die virtuellen Abteilungsbesprechungen haben dank der soliden Vorarbeit der IT direkt reibungslos funktioniert. „Aufgrund der positiven Erfahrungen denken wir innerhalb der gesamten VuE bereits darüber nach, welche Konzepte und Erkenntnisse aus der Pandemiesituation sich für die Zukunft der Zusammenarbeit nutzen lassen, wenn die Ver- und Entsorgung wieder zum Normalbetrieb übergegangen ist“, schließt Thomas Theisen, Leiter Ver- und Entsorgung ab. Foto: hanahal – Adobe Stock KNAPSACKSPIEGEL 04.2020 | 13

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