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KnapsackSPIEGEL 03-04/2020

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

WIE GEHT ES EIGENTLICH

WIE GEHT ES EIGENTLICH UNSEREN NACHBARN? HÜRTHER WOCHENMARKT AUF DEM GERTRUDENHOF Der Erlebnis-Bauernhof geht mit einer Vielfalt an neuen Konzepten durch die Corona-Krise P eter Zens hat große Sorgen. Der 42-Jährige führt den Erlebnis-Bauernhof Gertrudenhof bereits in dritter Generation, sein Großvater hat den Hof vor 50 Jahren gebaut. Jedes Wochenende strömten in guten Zeiten und bei entsprechendem Wetter bis zu 3.000 Besucher auf den Gertrudenhof, der von der einzigartigen Mischung aus Hofladen und Gastronomie mit heimischen Produkten sowie vielen Tieren im dazugehörigen Streichelzoo und einem angrenzenden Spielplatz lebt. Ein schönes und gut funktionierendes Konzept – bis die Corona-Pandemie im März alles veränderte. 10.000 EURO FUTTERKOSTEN IM STREICHELZOO „Das Konzept wird es aufgrund der Einschränkungen in der bisherigen Form so schnell nicht wieder geben können. Da hilft kein Jammern, wir müssen andere Möglichkeiten finden, sonst geht das nicht lange gut. Allein der Streichelzoo verursacht jeden Monat Kosten von 10.000 Euro“, hat Zens längst die Zeichen der Zeit erkannt. Diese Kosten werden normalerweise durch die Gastronomie mitgedeckt, die sonst etwa 50 Prozent der Umsätze generiert, aber in ihrer bisherigen Form lange geschlossen war und auch jetzt nur sehr eingeschränkt wieder geführt werden kann. Im Laufe des Monats Mai ergeben sich nun gerade die ersten Lockerungen. Für die hat Zens mit seinem 60-köpfigen Team gerade erst ein neues Sicherheitssystem mit Einlassbeschränkung und separatem Einlass zum Spielplatz und Streichelzoo zur Sicherstellung der Abstands-Anforderungen entwickelt. Seit Mitte Mai sind Spielplatz und Streichelzoo in diesem neuen Rahmen wieder geöffnet. Trotz dieser ersten guten Nachrichten bleibt es schwierig für den Gertrudenhof und Peter Zens war geradezu zur Kreativität verdammt, als es im März zum bun­ desweiten Lockdown kam. Denn in den ersten Tagen brach der Umsatz um 80 Prozent ein – eine sehr kritische, geradezu dramatische Entwicklung. „CALL THE LAMA“ Tatsächlich fielen Zens und seinem Team eine ganze Reihe von tollen Ideen ein, die auch entschlossen umgesetzt wurden. Eine davon ist „Call the Lama“. Hierbei haben die Kunden des Gertrudenhofs seit einigen Wochen die Möglichkeit für die Tiere des Streichelzoos Tierfutter-Patenschaften zu übernehmen. Diese gibt es einzeln, aber auch in 26 | KNAPSACKSPIEGEL 04.2020

#HürthLiefert Gelebte Solidarität einem spannenden Paket zu kaufen – und zwar ganz im modernen Stil des neuen Corona-getriebenen Kommunikationszeitalters: Die Tiere, vom Lama über Esel und Milchkuh bis hin zur Yak-Dame und wohlgenährten Glückssau können als Lieblingstier aus dem Gnadenhof-Streichelzoo in die eigene Videokonferenz, ein Webmeeting, die Skype-Runde oder per WhatsApp-Call über die Webseite www.erlebnisbauernhof-gertrudenhof.de gebucht werden. Zens erläutert das Konzept: „Call the Lama ist eine schöne Sache als Geburtstagsüberraschung für Kinder oder auch große Kinder, mit der der Kunde dann gleichzeitig eine Tierfutterpatenschaft erwirbt. In dem zehnminütigen Call erfahren die Teilnehmer auch etwas über die jeweilige Geschichte des Tieres, das aus irgendwelchen Umständen zu uns gekommen ist, um seinen Lebensabend hier zu verbringen. Das ist eine gute Sache für das Tier und gleichzeitig ein nettes Geschenk, etwas Überraschendes und Unerwartetes. Dazu gibt es noch eine Urkunde. Das kommt gut an und zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Normaler Weise haben wir auch Kindergeburtstage hier. Da das zurzeit alles nicht mehr möglich ist, haben wir jetzt ein spannendes Alternativangebot.“ LIEFERSERVICE BIS NACH KÖLN Ein zweites Angebot, das der Gertrudenhof geschaffen hat, ist der Lieferservice, weil viele Kunden in Corona-Zeiten nicht mehr so häufig einkaufen gehen wollen oder können. Zens: „Hier haben wir zehn verschiedene Bauernhof-Pakete vom Erdbeerüber das Spargel- bis hin zum Grill-Paket gepackt, die man online bestellen und kontaktlos anliefern lassen kann – und zwar im gesamten Rhein-Erft- Kreis und in Köln, jeweils an verschiedenen Liefertagen. Auch das wird sehr gut angenommen. So konnte ich die Mitarbeiter, die in der Gastronomie arbeiten, teilweise hier einsetzen und die laufenden Fixkosten etwas auffangen.“ Die Stadt Hürth vermittelt während der Corona-Pandemie auf ihrer Webseite viele unterstützende Angebote wie die Aktionen #HürthLiefert und #HürthHilft. Letztere wendet sich mit ihren teilnehmenden Einrichtungen an alle, die aufgrund der Ausnahmesituation ihr Zuhause nicht mehr verlassen können, Schwierigkeiten haben Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs zu beschaffen oder denen schlichtweg die sozialen Kontakte fehlen. #HürthLiefert ist eine Plattform, auf der Hürther Unternehmen ihre Service- und Lieferdienstleistungen für die umliegende Bevölkerung anbieten können. Mit der Nutzung von #HürthLiefert und seinen Dienstleistungen unterstützen die Hürther das vielfältige Gewerbe vor Ort und liefern damit ein schönes Beispiel für gelebte Solidarität in einer schwierigen Zeit. HOFLADEN BLEIBT GEÖFFNET Der Hofladen ist weiterhin geöffnet und dort, wo früher die Kinder in den Strohballen tobten, haben Zens und sein Team die Fläche noch einmal erweitert. So sind auch Produkte von Partnerhöfen hinzugekommen wie zum Beispiel Eingewecktes, was entsprechend länger haltbar ist. „Zudem dient das zusätzliche Platzangebot auch für die Einhaltung von Sicherheitsabständen, mit Plexiglasscheiben und allem, was im Augenblick noch dazugehört, so dass man sicher bei uns einkaufen kann“, erklärt Zens. Die Umsätze in diesem Bereich sind durch das größere Angebot sogar noch etwas gestiegen. „In der gegenwärtigen Situation wird zu Hause bewusster auf Ernährung geachtet und öfter mal etwas Leckeres gekocht“, weiß Zens. In diesem Rahmen gibt es einen besonderen Zusatz-Service: Die Kunden können sich viele Produkte im Drive-In direkt ins Auto liefern lassen. HÜRTHER WOCHENMARKT ETABLIEREN Mit dem neuen, angepassten Konzept hat sich auf dem Gertrudenhof mit Brot, Kuchen, Balkonpflanzen, Blumen, Obst, Gemüse, Milchprodukten, Grillprodukten (in Kooperation mit der ebenfalls ortsansässigen Firma Remagen) eine Art Wochenmarkt entwickelt, den es in Hürth in dieser Form nicht gibt. „Unser Konzept steht jetzt auf mehreren Säulen und das muss auch so sein, denn man weiß ja nicht genau, wie es weitergeht. Wir sind natürlich trotz all dieser Maßnahmen nicht dort, wo wir vorher waren, aber es geht eben darum durchzuhalten. Deshalb tun wir alles um hier den Hürther Wochenmarkt zu etablieren.“ AUFGEBEN IST KEINE ALTERNATIVE Im Hinblick auf die bevorstehenden Lockerungen kann der Gastronomiebereich nur mit Augenmaß wieder geöffnet werden. „Ein kleines Erdbeer-Café am Blumenmarkt ist geplant, wo man auch entspannt einen Aperol trinken, die Sonne genießen und die Tiere sehen kann. Auch das wird auf jeden Fall erst einmal ein anderes Konzept sein müssen als vorher mit 3.000 Besuchern“, hat Zens schon die nächsten Ideen und ergänzt: „Das heißt, von Woche zu Woche immer wieder neu bewerten und immer wieder das Beste daraus bauen – mit größtmöglichem Schutz für alle und mit Arbeit für alle. Das motiviert weiterzumachen und ist alternativlos. Das ist ein Familienbetrieb, mein Opa hat diesen Betrieb vor 50 Jahren gebaut und das kann man jetzt nicht einfach wegen Corona aufgeben.“ KNAPSACKSPIEGEL 04.2020 | 27

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