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KnapsackSPIEGEL 03-04/2020

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

Entscheidender

Entscheidender Erfolgsfaktor in Zeiten von Corona war und ist der Mensch. 6 | gleichzeitig unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden“, sagt Groborz. „Denn China hatte seine Produktion heruntergefahren, um die wenigen Restbestände an Desinfektionsmittel oder Atemschutzmasken konkurrierten alle – mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Preise und die Ideen krimineller Geschäftemacher.“ In der Zwischenzeit hat sich die Lage weitgehend normalisiert – unter anderem, weil viele Chemieunternehmen einzelne Anlagen auf die Produktion von Desinfektionsmittel umgestellt haben. Seit Mitte März ergänzt den Koordinierungskreis von YNCORIS ein Lenkungskreis, ein Arbeitskreis Finanzen und Recht sowie der Arbeitskreis Kommunikation. Im Lenkungskreis besprechen unter anderem Vertreter der Geschäftsleitung mit Fachleuten die Themen und treffen grundlegende Entscheidungen. Zusätzlich tauschen sich alle Unternehmen im Chemiepark einmal wöchentlich im Koordinierungskreis Chemiepark aus und stimmen sich insbesondere über übergreifende Maßnahmen für den Chemiepark ab. Dabei fließen Konzepte und Maßnahmen anderer Standorte in die Entscheidungen des Koordinierungskreises ein, beispielsweise zu Hygienemaßnahmen in Betriebskantinen oder den Waschhäusern. Denn auch sämtliche Unternehmen am Standort haben umfangreiche Nach mehr als zwei Monaten „Corona“ ist ein wenig Rou tine eingekehrt. Die Prozesse in den einzelnen Gremien sind Teil des Alltags, alle wichtigen Maßnahmen umgesetzt. Maßnahmen umgesetzt, um die Ausbreitung des Coronavirus effektiv zu verlangsamen und die Mitarbeiter bestmöglich zu schützen. Dazu zählen umfangreiche Hygiene-Maßnahmen, Abstandsregelungen und Reiseeinschränkungen. Wo immer möglich, wurde die Anzahl möglicher Kontakte deutlich reduziert. Besprechungsräume zu Büros umfunktioniert, Mitarbeiter sind über mobile Arbeitsplätze tätig, Produktionsschichten und Tagdienst arbeiten voneinander getrennt und vermeiden persönlichen Kontakte. Nach mehr als zwei Monaten „Corona“ ist ein wenig Routine eingekehrt. Die Prozesse in den einzelnen Gremien sind Teil des Alltags, alle wichtigen Maßnahmen umgesetzt. Nur wenn sich medizinische Einschätzungen wandeln, sich die politischen Vorgaben ändern oder die Fallzahlen im Unternehmen steigen, muss der Koordinierungskreis nachschärfen oder Regelungen anpassen. „Obwohl viele Mitarbeiter des Koordinierungskreises von YNCORIS zunächst keine Erfahrung in der Krisenstabsarbeit besaßen, haben sie sich sehr schnell in die Arbeitsweise und den Rhythmus des Stabs eingefunden, die Initiative ergriffen und direkt Aktivitäten und Maßnahmen angestoßen“, so Groborz. Auch vom Zusammenhalt ist er begeistert. Jeder unterstütze das Team, wo er könne, auch wenn nicht immer alle einer Meinung seien. „Das gehört dazu und es ist wichtig, alle Aspekte und Meinungen zu hören.“ Auch auf die Belegschaft kann YNCORIS zählen. Alle Mitarbeiter halten sich an die Vorgaben und akzeptieren und unterstützen, wo sie können. Das bestätigen die Fall- und Ausfallzahlen, sie sind im Chemiepark nämlich äußerst niedrig. Groborz: „Jeder Mitarbeiter trägt in der aktuell schwierigen Situation dazu bei, das Geschäft am Laufen zu halten und die wirtschaftlichen Auswirkungen für YNCORIS und den Standort möglichst gering zu halten.“ NICHT NUR VERSTEHEN, SONDERN VERINNERLICHEN Entscheidender Erfolgsfaktor in Zeiten von Corona war und ist der Mensch – nicht nur bei allen Entscheidungen im Rahmen der Pandemie, sondern ganz besonders bei der Umsetzung. Wichtigstes Thema war daher die Kommunikation. Groborz: „Es reicht nicht, dass wir Regelungen finden und umsetzen, wir müssen die Themen auch so aufbereiten, dass unsere Kollegen den Sinn der Maßnahmen begreifen, akzeptieren und konsequent befolgen. Das ist nichts, was man einfach nebenbei machen könnte.“ Deshalb kümmert sich ein eigener Arbeitskreis „Kommunikation“ unter der KNAPSACKSPIEGEL 04.2020

„Unsere Aufgabe wird es sein, weiter ein vertretbares, positiv besetztes Miteinander am Standort umzusetzen, ohne leichtsinnig zu werden, zurück gestellte Themen wieder aufzunehmen und einen gewissen Grad an Normalität im Ausnahmenzustand herzustellen.“ Jürgen Groborz Lenkungskreis YNCORIS Koordinierungskreis YNCORIS Koordinierungskreis Chemiepark Arbeitskreis Finanzen und Recht YNCORIS Arbeitskreis Kommunikation Der Lenkungskreis entscheidet über übergreifende und strategische Aspekte sowie damit einhergehende Maßnahmen, die YNCORIS und den Chemiepark betreffen. In ihm beraten Experten aus den Fachbereichen über aktuelle Themen und Erkenntnisse und treffen operative Entscheidungen. Der Koordinierungskreis YNCORIS berichtet an den Lenkungskreis. Hier tauschen sich die Vertreter der verschiedenen Chemieparkunternehmen zu Erfahrungen und Vorgehensweisen in der Pandemie aus und stoßen gemeinsame Maßnahmen am Standort an. Der Arbeitskreis unterstützt und berät die Geschäftsleitung der YNCORIS bei rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen. Er bereitet Informationen zu Corona und Entscheidungen der Lenkungs- und Koordinierungskreise verständlich auf und kommuniziert sie an Mitarbeiter und Geschäftspartner. Leitung von Benjamin Jochum um die Aufbereitung der Informationen, treibt Themen voran, ordnet sie ein, er klärt Hintergründe und gibt praktische Hinweise. Jochum: „Wir wollen einerseits grundlegendes Wissen zum Coronavirus ver mitteln, darüber hinaus aber auch jeweils zeitnah über tagesaktuelle Entwicklungen informieren. Unser Anspruch ist es, dass sich Mitarbeiter innerhalb weniger Minuten täglich auf den neuesten Stand brin gen können.“ Dabei fungieren die Mitglieder des Arbeits kreises Kommunikation auch als eine Art Seismograph für Stimmungen in nerhalb von YNCORIS und der Standortunternehmen. Auch wenn die Fallzahlen in Deutschland tendenziell sinken und sich die Einschränkungen im öffentlichen Bereich weiter lockern, geht Groborz davon aus, dass der Betrieb im Chemiepark und der Arbeitsalltag noch bis Ende des Jahres anders laufen werden. „Wir werden diese Entwicklungen eng begleiten. Unsere Aufgabe wird es sein, weiter ein vertretbares, positiv besetztes Miteinander am Standort umzusetzen, ohne leichtsinnig zu werden, zurückgestellte Themen wieder aufzunehmen und einen gewissen Grad an Normalität im Ausnahmenzustand herzustellen.“ KONZEPTE FÜR DEN WORST CASE Auch wenn YNCORIS auf einem Pandemie-Konzept aufbauen konnte – mit einer Situation, wie sie derzeit herrscht, hat niemand Erfahrung. Umso wichtiger war es, die Lage richtig einzuschätzen und gleichzeitig für den Fall zu planen, dass sich die Lage deutlich verschlimmert. Für besonders wichtige Funktionen, die für die Produktion im Chemiepark essenziell sind, erstellten die Verantwortlichen daher schon früh konkrete Notfallpläne, die Infektionsketten ausschließen. Bei YNCORIS sind das beispielsweise die Ver- und Entsorgung, der Werkschutz und die Werkfeuerwehr. Denn sie müssten weiterlaufen, selbst wenn mehrere Mitarbeiter gleichzeitig an Covid-19 erkranken würden. Dabei sind die Mitarbeiter des Werksschutzes für die Sicherheit und Ordnung im Chemiepark verantwortlich, stellen den Bereitschaftsdienst an der Brandmeldeanlage und sind an den Werkstoren erste Anlaufstelle für Zulieferer und Kollegen. Auch derzeit erreichen täglich rund 400 Lastwagen den Chemiepark. Die Pförtnerbereiche erhielten daher schon früh Schutzwände bzw. Gegensprechanlagen. Jeder LKW-Fahrer gibt am Tor seinen Gesundheitszustand sowie mögliche Kontakte zur Corona-Erkrankten an und wird auf Fieber und grippeähnliche Symptome kontrolliert. Damit alle die nötigen Abstände einhalten, hat das Team zudem die Personenströme vereinzelt. Im Werkschutzteam selbst arbeiten die Mitarbeiter in festen Schichtgruppen. Dabei sind Tag- und Wechselschichten voneinander getrennt, um ein mögliches Ansteckungsrisiko zu minimieren. Die Ver- und Entsorgung sowie die Werkfeuerwehr arbeiten neben den üblichen Maßnahmen mit Notmannschaften, die im Bedarfsfall ganz oder teilweise übernehmen und alle notwendigen Prozesse für eine gewissen Zeitraum sicherstellen können. Mehr dazu erfahren Sie in den Interviews auf den Seiten 10 und 13. KNAPSACKSPIEGEL 04.2020 | 7

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