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KnapsackSPIEGEL 07-08/2018

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

GEMEINSAM 111 JAHRE AM

GEMEINSAM 111 JAHRE AM CHEMIESTANDORT KNAPSACK Peter Brauer, Dieter Held und Peter Eßer haben zusammen 111 Jahre „op d’r Chemische“ in Knapsack gearbeitet H ier war mal die Kegelbahn, das weiß ich noch ganz genau“, erinnert sich Peter Eßer freudig als er für unser Interview den Knapsack Treff im Feierabendhaus betritt. Der gelernte Reparaturschlosser, der später Meister in der organischen Werkstatt war, hat insgesamt 34 Jahre in Knapsack gearbeitet und verbindet mit dem Werk viele Erinnerungen. Einige davon teilt er mit Dieter Held. Held war Chemotechniker und hat von 1963 bis 2001 vor allem physikalische Sondermessungen im ganzen Werk durchgeführt. Den Werksteil Knapsack kennen die beiden Herren fast so gut wie ihre Westentasche. Anders sieht es bei Peter Brauer aus. „In Knapsack war ich während der 39 Jahre, die ich hier gearbeitet habe, so gut wie nie“, sagt der gelernte Chemikant, „nur einmal sechs Wochen in der BMS-Anlage“. Heute undenkbar: Als Brauer 1973 ohne Vorankündigung in die Personalabteilung spazierte, um sich vorzustellen, durfte er sich aussuchen, in welchem Werksteil er arbeiten wollte. Seine Entscheidung fiel auf Hürth. Seit 5 (Brauer), 17 (Held) und 24 (Eßer) Jahren arbeiten die drei Pensionäre nun schon nicht mehr im Chemiepark Knapsack. Anlässlich des 111. Geburtstags kehren sie an ihren alten Arbeitsplatz zurück und erzählen im Interview mit dem KNAPSACKSPIEGEL von ihrer Zeit vor und nach der Gründung des Chemieparks Knapsack: KNAPSACKSPIEGEL: Sie kommen alle drei aus unterschiedlichen Fachrichtungen und haben die Entwicklung des Chemiestandortes von der Knapsack Griesheim über die Hoechst AG bis hin zur Gründung der InfraServ Knapsack und dem Chemiepark Knapsack mitbekommen. Was hat sich verändert? 10 | KNAPSACKSPIEGEL 08.2018

Eßer: Als ich 1960 hier angefangen habe, da wurde ja im Werksteil Hürth noch gar nicht produziert und als ich 1994 hier aufgehört habe, da gab es auch die InfraServ Knapsack noch nicht. Aber ich kann Ihnen was sagen: früher war ja alles eins hier, das war alles eine große Firma. Jeder hat sich geholfen und man konnte sich problemlos in der Werkstatt nebenan mal was borgen. Das ist heute nicht mehr so, jetzt hat ja jeder so seins und macht sein eigenes Ding, alles ist viel schnelllebiger und die Geselligkeit, wie wir sie gekannt haben, ist nicht mehr so da … Brauer: Stimmt, und die Fluktuation ist höher. Früher kannten sich hier alle. Man hat in einem Betrieb angefangen zu arbeiten und da ist man geblieben bis zur Rente. Aber mit den verschiedenen Firmen und Betriebsleitern hat sich das geändert. Ich zum Beispiel hatte 39 Jahre lang den gleichen Arbeitsplatz, aber der Name der Firma hat sich währenddessen so oft geändert, dass ich schon gar nicht mehr alle zusammenkriege. Angefangen habe ich bei der Hoechst AG, zuletzt war ich bei LyondellBasell. Held: Und alles ist moderner geworden. Die Geräte, die den „Der Chemiepark hat mir 38 Jahre lang Arbeit gegeben.“ Dieter Held Mitarbeitern heute zur Verfügung stehen, die hatten wir doch damals gar nicht. Am Anfang habe ich das alles mit einem Handmessgerät gemacht. Und wir waren erfinderisch: Um Lärmbeschwerden aus der Bevölkerung besser nachgehen zu können, haben wir einen alten Käseverkaufsanhänger mit Messgeräten bestückt und sind damit rumgefahren (lacht) … Aber der größte Unterschied ist wohl, dass ich meine Messungen nur hier am Standort durchgeführt habe. Heute sind die Kollegen ja in ganz Deutschland mit den Messgeräten unterwegs. „Ich wünsche dem Chemiepark Knapsack von Herzen alles erdenklich Gute.“ Peter Eßer KNAPSACKSPIEGEL: Was hat Ihnen an Ihrem Job am besten gefallen? Brauer: Typisch für meinen Job war die Planung von Produktion und Personal und die Kommunikation mit den Handwerkern und dem Schwertransport. Das habe ich alles sehr gerne gemacht, aber mein persönliches Highlight war der Aufbau der Masse-Polypropylen-Anlage. Das war meine letzte und auch interessanteste Anlage, weil das Ganze ja irgendwie Neuland war und ich immer mal was Neues ausprobiert habe. Ich konnte quasi zusehen, wie die Anlage wächst, das war schon beeindruckend. Eßer: Ich hatte in meinem Job immer viel mit Menschen zu tun und konnte verschiedene Stationen in Knapsack durchlaufen. Ich war immer unterwegs, das hat mir gefallen. Als ich in der organischen Werkstatt Meister war, hatte ich dann auch die Verantwortung über das Personal und musste viel organisieren, das fand ich besonders gut. KNAPSACKSPIEGEL 08.2018 | 11

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