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KnapsackSPIEGEL 07-08/2018

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

IMPFEN – AUFKLÄREN

IMPFEN – AUFKLÄREN TUT NOT! Über das Risiko des Impfens oder das noch größere Risiko, nicht geimpft zu sein D eutschland ist in vielerlei Hinsicht „weltmeisterlich“, ob im Fußball, der Exportwirtschaft oder der Leistungsfähigkeit seines Gesundheitssystems. In Bezug auf die Impfquoten zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Bei der Masernelimination ist Deutschland in Europa das Schlusslicht. Insgesamt beobachtet man in den westlichen Ländern eine Zunahme der Impfskepsis. WAS SIND DIE GRÜNDE DAFÜR? Mögliche Ursachen sind: • Mangelnde Aufklärung über die Notwendigkeit und Vorteile von Impfungen • Fehlendes Bewusstsein für das Gefahrenpotential von Infektionskrankheiten • Fehlerhafte Informationen bzw. Desinformation über mögliche Impfreaktionen und Impfschäden • Unterentwickeltes Verantwortungsbewusstsein • Persönliche Bequemlichkeit Impfungen unterscheiden sich von anderen ärztlichen Eingriffen: Sie zielen nicht nur auf den Nutzen des Einzelnen, sondern auch auf den Schutz der ganzen Bevölkerung. Bei einer zu niedrigen Durchimpfungsrate ist die Herdenimmunität nicht mehr garantiert und vermeidbare Infektionskrankheiten können sich verbreiten oder sogar wiederaufleben. Impfungen sind effektiv und kostengünstig. Sie gehören zu den Stützpfeilern in der Prävention des Gesundheitswesens. Im vergangenen Jahrhundert haben sich die sozialen und hygienischen Bedingungen verbessert. Die Verfügbarkeit hochwirksamer Antibiotika und moderner Impfstoffe haben zu einem weltweiten Rückgang von Infektionskrankheiten geführt. Klassische Infektionskrankheiten treten aufgrund von Impfungen zunehmend seltener auf. Komplikationsreiche oder gar tödliche Verläufe werden kaum noch beobachtet. Hier stellen sich erfolgreiche Impfmaßnahmen selbst als ihr größter Gegner dar. Dafür stehen in der Öffentlichkeit zunehmend Sicherheitsaspekte und Nebenwirkungen oder auch grundsätzlich die Sinnhaftigkeit von Impfungen im Vordergrund. Das Wiederaufflackern von bereits zurückgedrängten impfpräventablen Krankheiten bei nachlassendem Impfschutz zeigt die unverändert hohe Bedeutsamkeit von Schutzimpfungen. Auch in Zukunft werden Impfbefürworter und Impfskeptiker ihre Argumente austauschen. Keine Schutzimpfung ist vollständig frei von Nebenwirkungen, allerdings sind gesundheitlich bedeutsame Impfkomplikationen sehr selten. Impfstoffe unterliegen nationalen und internationalen Standards in der Herstellung und Qualitätskontrolle. Produktionsbedingte Risiken können weitestgehend ausgeschlossen werden. Der Aufklärung der Ärzteschaft und der Öffentlichkeit über tatsächliche oder zu Unrecht vermutete Impfschädigungen kommt Bedeutung zu. Wesentlich wie die Aufklärung über das tatsächliche Risiko von Impfungen ist jedoch auch die Aufklärung über das vermutlich größere Risiko des Nichtimpfens. Sachliche und transparente Informationen über die Bedeutung von Impfungen und zum Auftreten von Nebenwirkungen sowie die Darstellung von Überwachungsprozessen und deren Ergebnissen sind daher unverzichtbarer Bestandteil der Aufklärung sowohl der Bevölkerung als auch der Fachöffentlichkeit. Dass dies nicht immer der Fall war, zeigt eindrucksvoll die Wahrnehmung der sog. Schweinegrippe. Aufklärung, Information und die Schaffung von Transparenz zu allen Aspekten des Impfens, insbesondere zur Sicherheit von Impfstoffen und zu möglichen Nebenwirkungen: Hier sind alle beteiligten Institutionen aufgefordert, auch in Zukunft verantwortungsvoll teilzunehmen! Grippeviren haben die besondere Eigenschaft, sich rasch zu verändern. Dies geschieht oftmals von einer Saison zur nächsten. Deshalb muss der Grippeimpfstoff jedes Jahr den jeweils aktuellen Virenstämmen angepasst und die Impfung aufgefrischt werden. Selbstverständlich können Sie sich auch in diesem Jahr ab Ende September wieder wie gewohnt zur jährlichen Grippeschutzimpfung im Geschäftssegment Gesundheit melden. Für die kommende Grippesaison 2018/2019* … steht Ihnen diesmal der tetravalente (vierfach) Impfstoff zur Verfügung: • A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm09-like virus, • A/Singapore/INFIMH-16-0019/ 2016 (H3N2)-like virus, • B/Colorado/06/2017-like virus, • B/Phuket/3073/2013-like virus *Beachten Sie im Verlauf weitere Informationen in Infranet & CPK intern Und wenn uns doch mal ein Infekt erwischt? Ab wann sollte man zuhause bleiben? Wer sich krank zur Arbeit schleppt, riskiert nicht nur zusätzlich seine Gesundheit Auch für Arbeitgeber kann das hohe Kosten zur Folge haben. Insbesondere Krankheitssignale wie Husten mit Auswurf und Fieber sollten Sie ernst nehmen und ggf. Ihren Hausarzt aufsuchen. Bleiben Sie achtsam! Illustration: alekseyvanin – Fotolia.com 22 | KNAPSACKSPIEGEL 08.2018

AUFGEBEN? GIBT’S NICHT. Diagnose Krebs – Wolfgang Meyer-Obladen initiiert eine Selbsthilfegruppe bei der InfraServ Knapsack A ls Wolfgang Meyer-Obladen zum Termin kommt, wählt er den Ort fürs Pressefoto mit Bedacht. „Das Plakat mit der Aufschrift ‚sauwohl‘“. Das passt. „Das ist genau die Richtung, in die ich will!“ Sagt’s und steht auch schon davor. Vor etwa einem Jahr erhielt er die Diagnose Krebs. Heute geht es ihm besser, jede Woche ein bisschen mehr. Was ihm hilft? Willenskraft, Hunger nach Leben und Sport. Seine Erfahrungen möchte er teilen und eine Selbsthilfegruppe für Krebserkrankte bei der InfraServ Knapsack, bzw. für den Chemiepark Knapsack gründen. HARTE ZEIT Im Juni 2017 besuchte der damals 58-Jährige gerade seine Eltern, als seine Mutter an seinem Hals eine Verdickung bemerkte. Einem Termin bei der HNO-Ärztin folgte die Überweisung in die Uniklinik Köln. Zwei Tage nach Untersuchung und Gewebeprobe dann die Diagnose: Tonsillenkarzinom, Mandelkrebs. Was dann kam, war hart: vier OPs in sechs Wochen. Drei Wochen später startete die sechswöchige Bestrahlungsphase. In der ersten und fünften Woche kombiniert mit stationär verabreichter Chemo. Schluckbeschwerden und Schmerzen machten eine normale Nahrungsaufnahme unmöglich, bis Dezember „ernährte“ eine Magensonde Meyer-Obladen. "BEEINDRUCKEND POSITIVE HALTUNG" Mit dem Hamburger Modell kehrte er im Dezember auf seine Arbeitsstelle im Team Distribution zurück, seit Anfang dieses Jahres ist er wieder voll im Einsatz. Die Idee zu einer Selbsthilfegruppe im Unternehmen bzw. am Standort war Wolfgang Meyer-Obladen schon in der Zeit vor der Wiedereingliederung gekommen, er suchte den Kontakt zu Personalleiter Thomas Sengelmann. Der zeigte sich von dem Vorschlag angetan: „Ich unterstütze die Idee einer Selbsthilfegruppe von Herrn Meyer-Obladen. Die positive Haltung von ihm während seiner Erkrankung hat mich sehr beeindruckt. Ich glaube, dass er erkrankten Kolleginnen und Kollegen viel geben kann, um mit dieser tückischen Erkrankung umgehen zu können.“ Ebenso positiv äußerte sich Thomas Kuhlow, Leiter Kommunikation: „Dieses Angebot von Mitarbeitern für Mitarbeiter zum Thema Krebs ist mehr als unterstützungswürdig. Solche Initiativen zeugen von Mut.“ Während des Reha-Aufenthalts im Frühjahr dieses Jahres, nahm der Gedanke weiter Gestalt an. Wolfgang Meyer-Obladen sagt heute: „Meine Mutter hat mir ein zweites Mal das Leben geschenkt und dank meiner guten körperlichen Konstitution hatte ich der Krankheit und den Behandlungen etwas entgegenzusetzen. Beim Sport habe ich gelernt, das Spiel wird bis zum Ende gespielt. Ich kann nicht aufgeben. Mein Enkelkind ist ein wichtiger Antrieb – und die Begegnung mit einem Zimmernachbarn in der Uniklinik, den ich nie bei schlechter Laune erlebt habe, obwohl klar war, er würde es nicht schaffen. Mir wurde bewusst: Jeder Krebspatient hat sein Päckchen zu tragen und gleichzeitig relativierte sich mein eigenes Leid.“ Die Selbsthilfegruppe sieht er als offenes Konzept, bei dem vieles denkbar ist: vom Gespräch bei Bedarf bis hin zu regelmäßigen Treffen, alles streng vertraulich natürlich. „Ich weiß nicht, ob die Leute, die es getroffen hat, darüber sprechen möchten, aber ich weiß, dass man nicht immer flüchten kann.“ Die Unterstützung im Unternehmen ist ihm sicher, Thomas Sengelmann und Thomas Kuhlow haben das Projekt inzwischen der Geschäftsleitung, den Standortleitern und den Betriebsräten vorgestellt. Das Laufen ist Wolfgang Meyer-Obladens Verbündeter. Alle zwei Tage steigt er in die Turnschuhe und joggt los, sein Ziel: dem Zustand vor der Erkrankung wieder möglichst nah zu kommen, sich wieder ‚sauwohl‘ zu fühlen. Das ist sein Weg. Gespräche mit anderen Betroffenen würden für ihn weitere Schritte in Richtung ‚sauwohl‘ bedeuten und – davon ist er überzeugt – das Gleiche könnte die Selbsthilfegruppe auch für alle bedeuten, die den Austausch wagen. Wer selbst betroffen ist und das Angebot annehmen möchte: Wolfgang-Meyer-Obladen@InfraServ-Knapsack.de. KNAPSACKSPIEGEL 08.2018 | 23

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