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KnapsackSPIEGEL 09-10/2020

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

STILLSTÄNDE IN

STILLSTÄNDE IN CORONA-ZEITEN: HARTES TRAINING, LEICHTER WETTKAMPF O b Safety Watcher, spezielle Sanitärcontainer oder Verpflegungspakete – damit Stillstände in Corona-Zeiten sicher bleiben, sind einige Vorbereitungen nötig. Für Vinnolit hat YNCORIS ein Konzept erarbeitet, das kürzlich bei vier Stillständen zum Einsatz kam. Mit einigen positiven Effekten. In Stillstandszeiten kann es schon mal eng werden. Doch genau das ist in Corona-Zeiten keine gute Idee. Viele Unternehmen haben daher ihre Stillstände verschoben. Zu unklar waren die Vorgaben des Gesetzgebers, zu hoch das Risiko, doch nicht starten zu können. Im Chemiepark Knapsack hielt unter anderem Vinnolit an ihrer Stillstandplanung fest. Für Vinnolit entwickelte YNCORIS ein aufwändiges Abstands- und Hygienekonzept für insgesamt rund 450 Mitarbeiter in vier Stillständen. Größte Herausforderung waren auch für YNCORIS die sich ständig ändernden Vorgaben im Vorfeld. „Wir haben sehr viel Arbeit in die Planung des Stillstands investiert, obwohl wir bis kurz vor Beginn nicht sicher sein konnten, ob wir überhaupt arbeiten können“, sagt Rainer Betzin, Leiter Stillstand- und Baumanagement. „Doch dieser Aufwand hat sich ausgezahlt.“ „Wir haben sehr viel Arbeit in die Planung des Stillstands investiert, … dieser Aufwand hat sich ausgezahlt.“ UMFASSENDES KONZEPT Im Vorfeld definierte das Team aus dem Stillstandsmanagement von YNCORIS eine Vielzahl von Details. So beschreibt das Konzept die Organisation der täglichen Abläufe vom Empfang der Mitarbeiter von Partnerfirmen auf dem Gelände bis zum Besuch der Waschhäuser nach Schichtende. Zutritt zur Anlage erhielt beispielsweise nur, wer zunächst sein mögliches Infektionsrisiko festgehalten und seine Gesundheit bestätigt hatte. Um Kontakte zu reduzieren, arbeiteten feste Handwerkerteams über den gesamten Einsatzzeitraum mit einem Koordinator zusammen, der alle Kontakte der Teammitglieder täglich dokumentierte. Sicherheitsunterweisungen und Präsenzschulungen vor Ort wurden auf ein Minimum reduziert. LUNCHPAKET STATT KANTINE Für je zehn Mitarbeiter stand ein 48 Quadratmeter großes Pausenzelt bereit, an einer Bierzeltgarnitur durften maximal drei Personen gleichzeitig sitzen. Die Pausenzeiten wurden darüber hinaus so gestaffelt, dass sich die einzelnen Teams nicht begegneten, die Kantine lieferte Verpflegungspakete direkt ins Zelt. In den zusätzlichen Sanitärcontainern – dreimal so viele wie gesetzlich gefordert – ließen sich die Toiletten einzeln von außen betreten, um zu vermeiden, dass sich Kollegen in engen Gängen begegnen. Auch die Umzugsbereiche für Mitarbeiter von Partnerfirmen wurden genauso separiert, wie die großzügigen Raucherzonen. Hinzu kamen zusätzliche Reinigungsmaßnahmen. Wo immer Mitarbeiter – wenn auch nur für kurze Zeit – auf engem Raum zusammenarbeiten mussten, trugen sie konsequent FFP2-Masken. Zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln setze Vinnolit so genannte Safety Watcher ein, die aber nur selten eingreifen mussten. Dank der guten Vorbereitung lief der Stillstand selbst reibungslos. Dabei unterschied sich weder die Teamgröße noch der Zeitaufwand von „normalen“ Stillständen. “Wir hatten den Eindruck, dass die Handwerker noch einmal motivierter waren“, sagt Betzin. Er führt das auf ein höheres Fachkräfteangebot am Markt zurück, weil viele andere Stillstände und Projekte in der Region abgesagt wurden. Zur Motivation könnten auch die Verpflegungspakete beigetragen haben. „Sie wurden sehr gelobt“, so Betzin weiter, „genauso wie die Möglichkeit, sich in den Pausen direkt in der Nähe der Anlage in ein ruhiges Pausenzelt zurückziehen zu können.“ Die kurzen Wege zur Anlage sorgten außerdem für mehr Ruhe und Effizienz in der Mannschaft. Auch die Rückmeldung von Vinnolit war durchweg positiv. Betzin: „Wir denken deshalb darüber nach, ob wir Verpflegungspakete und Pausenzelte auch in Zukunft einsetzen sollten.“ Neben dem reibungsloses Stillstandsmanagement bewies das Konzept darüber hinaus, dass sich mit ihm Mitarbeiter sicher vor Corona schützen lassen: Während der gesamten Stillstandszeiträume infizierte sich lediglich ein Mitarbeiter einer Partnerfirma im privaten Umfeld mit Covid-19. Seine Kollegen wurden sofort informiert, blieben dank der Abstands- und Hygieneregeln aber alle gesund. 10 | KNAPSACKSPIEGEL 09.2020

INTERVIEW Weniger, dafür länger Das eine oder andere Unternehmen im Chemiepark Knapsack nutzte im Stillstandsmanagement einen alternativen Ansatz, setzte auf möglichst wenig Fremdpersonal und nahm so eine längere Dauer in Kauf. Peter Walther, Teamleiter Betriebsbetreuung in der Mechanik von YNCORIS, ist von der Kooperation auf allen Seiten beeindruckt. HERR WALTHER, ARBEITEN GANZ OHNE FREMD­ PERSONAL, GEHT DAS ÜBERHAUPT? Das geht, dauert aber deutlich länger. Wir arbeiten, wenn überhaupt, nur mit Unternehmen aus der Umgebung, deren Mitarbeiter in der Nähe wohnen. Das führt bei unseren eigenen Kollegen zu Überstunden und Wochenendarbeit. Einen der Stillstände konnten wir dadurch erst zwei Wochen später als gewöhnlich beenden. WIE REAGIEREN IHRE KUNDEN DARAUF? Wir haben das natürlich vorab abgesprochen. Die Gesundheit aller im Betrieb geht vor, das sehen auch unsere Kunden so. Deshalb bringen sie sehr viel Verständnis mit, wenn es mal länger dauert. WAS MACHT DEN GRÖSSTEN UNTERSCHIED ZU FRÜHER AUS? Wir können kaum noch kurzfristig agieren. Bei einer Störung dürfen wir nur feste, immer gleiche Gruppen von zwei bis drei Mitarbeitern einsetzen – und das auch immer nur bei einem Kunden. Das hat zur Folge, dass es nicht mehr möglich ist, Gruppen zu mischen, zum Beispiel, weil man für eine schwere Arbeit kurz ein paar Kollegen mehr benötigt. WELCHE MASSNAHMEN HABEN SIE ZUM SCHUTZ GEGEN CORONA ERGRIFFEN? Wir planen alles sehr viel früher. Unsere Mitarbeiter haben keinen Kontakt zu den Betriebsmannschaften vor Ort, benutzen nur die eigenen Aufenthaltsräume, und halten auch untereinander den erforderlichen Abstand, ansonsten gilt Maskenpflicht. Damit die Kollegen, die ein Unternehmen betreuen, nicht den Kollegen begegnen, die ein anderes Unternehmen betreuen, gibt es unterschiedliche Anfangs-, Pausen- und Endzeiten. WIE GEHEN IHRE MITARBEITER MIT DER SITUATION UM? Vor meinen Kollegen ziehe ich den Hut. Trotz vieler Überstunden und Samstagsarbeit sind die Kollegen sehr motiviert bei der Sache. Allen ist klar, dass wir aus dieser besonderen Situation das Beste machen und zusammenstehen müssen. KNAPSACKSPIEGEL 09.2020 | 11

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