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KnapsackSPIEGEL 11-12/2018

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

DREI MITARBEITER AUS DEM

DREI MITARBEITER AUS DEM LABOR HOCHHAUS ERZÄHLEN … Analytiker unter sich M it dem Abtrag eines jeden Kubikmeters Bausubstanz verschwindet zwar das Gebäude an sich, jedoch bleiben Geschichten rund um die damalige Analytik bestehen, solange Mitarbeiter im Chemiepark Knapsack davon erzählen können. Wir haben drei „altgediente“ Analytiker nach deren Erinnerungen und Geschichten befragt und wollen diese hier zu Wort kommen lassen. Gesprochen haben wir mit Detlev Steimel, Manfred Zimmer und Jürgen Erlemeier. DETLEV STEIMEL, der von 1982 bis zur Räumung des Laborhochhauses in 2011 dort zunächst als Chemikant und nach seiner Weiterbildung zum Fachkaufmann, ab 2002 für Einkauf und als Ansprechpartner für technische Angelegenheiten zuständig war, kann aus dieser Tätigkeit sehr viel über die Geschichte des Laborhochhauses erzählen. „Dass Ende der 1950er Jahre das Hochhaus für über 150 Mitarbeiter gebaut wurde, lag daran, dass es auf dem Gelände in Knapsack langsam eng wurde. Der Werksteil Hürth war noch nicht erschlossen und die Expansion der seit den 1930er Jahren existierenden Analytik, der organischen Forschung und der Anwendungstechnik in Knapsack hatte Platzprobleme erzeugt. Da man nicht in die Breite gehen konnte, musste man in die Höhe ausweichen“, so Steimel. Neben der Begründung für das Hochhaus hat Steimel auch eine Erklärung, warum dieses 7-geschossige Haus Anfang der 2000er Jahre dann in die Räumungsüberlegung kam. „Die dringend erforderliche Ergänzung des Brandschutzes und die Erneuerung von Sicherheitseinrichtungen (Elektro- und Gasinstallation), hätten Investitionen von über vier Millionen Euro bedeutet. Und da einige Etagen im Gebäude 0440 nicht mehr voll ausgelastet waren, bot 12 | KNAPSACKSPIEGEL 12.2018

Von links: Detlev Steimel, Jürgen Erlemeier und Manfred Zimmer es sich an über die Stilllegung des Hauses nachzudenken“, so Steimel weiter. Die Etagen wurden zwar zeitweise an die Firmen Vinnolit (Betriebslabor) und i+f process vermietet, aber auch diese Räume wurden irgendwann wieder frei. Im Sommer 2011, fand dann der Umzug in die heutige Heimat, dem Gebäude 2703 in Hürth statt. „In 2703 waren Laborräume und Infrastruktur vorhanden und diese wurden nach unseren Anforderungen umgebaut und eingerichtet.“ Im August 2013 erfolgte dann der Betriebsübergang zur Synlab. MANFRED ZIMMER, Chemotechniker und von 1980 bis 2011 im Laborhochhaus erinnert sich ebenfalls an die früheren Zeiten im Laborhochhaus: „Was sicherlich nur noch wenige im Chemiepark wissen, ist, dass es hier früher eine Glasbläserei, eine ‚Zweigstelle‘ der Organischen Werkstatt und eine Rohrpostleitung zum Phosphorbereich gab. „Die Analysen aus den Phosphorbetrieben wurden in der Analytik analog zum Schichtbetrieb im Phosphorbetrieb untersucht. Also hier gab es auch eine 24-Stunden-Schicht.“ Und er erzählt, dass „bis 1975 in der vierten Etage das Ausbildungswesen untergebracht war“. Hier wurden unter anderem auch kaufmännische Auszubildende auf ihr Berufsleben vorbereitet. Sicher können sich nur noch wenige Aktive im Chemiepark daran erinnern… Dass man sich früher nicht immer vollkommen korrekt an sicherlich auch schon damals existierende Sicherheitsbestimmungen gehalten hat, erzählt die Geschichte von Zimmer, dass in den 1980er Jahren der Werkschutz ein Labor ausgehoben hat, in dem „lustig“ mitgebrachter Schnaps an die Kollegen in den Schichtbetrieben verkauft wurde. „Weniger problematisch war, dass Kollegen aus anderen Betrieben um die Mittagszeit in den Labors vorbeikamen, um sich ein Gulaschsüppchen aufzuwärmen“, erzählt Zimmer schmunzelnd. JÜRGEN ERLEMEIER, Chemotechniker und von 1982 an in der Analytik und somit dem Laborhochhaus bis zum Auszug 2011 antwortet auf die Frage nach seinen „Highlights“ aus der Zeit im Gebäude 0440 mit der Erinnerung an die Eigenart eines bayrischen Kollegen, der ungeachtet aller Regeln und Ermahnungen sich zur täglichen Brotzeit eine Flasche Bier einverleibte … „und den jährlich unangemeldeten Notfallübungen der Feuerwehr, wobei dann das gesamte Gebäude von der ersten bis zur achten Etage geräumt werden musste. Das war nicht für jeden Kollegen ein Geschenk, denn die Etagen mussten über die außenliegende Gittertreppe geräumt werden. Und je höher die Etage war, desto schwindelfreier musste man sein. Was man nicht von jedem sagen konnte. So wurden die besonders ‚Ängstlichen‘ von zwei ‚Mutigen‘ eingehakt und nach unten geführt“ so Erlemeier schmunzelnd. Es gab aber auch schöne Momente, die den Mitarbeitern in der Analytik die Besonderheit des Gebäudes bescherte: der morgendliche Blick über den Standort bis zum Kölner Dom und dem Siebengebirge, sofern das Wetter es zuließ. „Wenn wir denn schon mal zum Chef mussten, der auf der siebten Etage sein Büro hatte, wurde das mit einem kurzen Blick in die Ferne belohnt“, ergänzt Erlemeier mit einem Augenzwinkern. Wenn auch die Rückblicke möglicherweise noch mal ein wenig Wehmut über die lange Zeit im Laborhochhaus bringen, so sind sich die Drei sicher, dass sie es jetzt im Gebäude 2703 gut angetroffen haben, auch wenn man sich ein paar Quadratmeter mehr Laborfläche wünschen würde. KNAPSACKSPIEGEL 12.2018 | 13

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