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KnapsackSPIEGEL 11-12/2018

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

TÜRÖFFNER TAG DER

TÜRÖFFNER TAG DER MAUS: WASSERSTOFF ALS ENERGIE­ TRÄGER UND KRAFTSTOFF Wie funktioniert ein mit Wasserstoff betriebener Omnibus? Dieser Frage sind am 3. Oktober im Rahmen der Aktion „Türen auf für die Maus“ rund 200 kleine und große Besucherinnen und Besucher an der Wasserstofftankstelle von HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e. V. am Chemiepark Knapsack auf die Spur gegangen. D ie Entdeckungstour startete mit einer Fahrt im wasserstoffbetriebenen Bus, der sich – fast lautlos – zwischen 10:00 und 15:00 Uhr stündlich vom Hürth Park aus in Richtung Chemiepark auf den Weg machte. Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung in den Bus durch Jens Conrad von der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) erklärte ein knapp 5-minütiger Film, wie genau die Wasserstoff-Technologie funktioniert: In einer Brennstoffzelle reagieren die Elemente Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O) miteinander und erzeugen so Energie. Konkret geschieht dies, indem der Zelle kontinuierlich Wasserstoff hinzugefügt wird, der sich an der Brennstoffzellen-Membran spaltet und Elektronen freisetzt. Der Zellkern gelangt durch die Membran hindurch, die Elektronen jedoch nehmen einen „Umweg“, indem sie aus der Brennstoffzelle abgeleitet und über einen elektrischen Verbraucher umgelenkt werden. Dadurch wird Energie, also Strom, freigesetzt. Auf der anderen Seite der Membran angekommen, fügen sich die Teilchen wieder zusammen und reagieren mit dem Sauerstoff. Das Ergebnis: Wasser (H2O). Illustration: infadel – Fotolia.com 22 | KNAPSACKSPIEGEL 12.2018

AN DER WASSERSTOFFTANK- STELLE ANGEKOMMEN Gewappnet mit dem nötigen Theoriewissen machten sich die großen und kleinen Entdecker dann an der Wasserstofftankstelle ihr eigenes Bild. Die Brennstoffzelle befindet sich hinten im Bus, quasi unter der letzten Sitzreihe. Während Jens Conrad die Heckklappe öffnete, erklärte er anschaulich die technische Funktionsweise des Busses: „Der Bus hat einen Elektromotor, der durch eine Batterie betrieben wird. Der Strom, der in der Brennstoffzelle mithilfe von Wasserstoff erzeugt wird, bleibt im Fahrzeug. Er treibt dann den Elektromotor an oder wird in der Batterie gespeichert. Wir benutzen die Energie der Brennstoffzelle aber nicht nur, um das Fahrzeug zu betreiben, sondern auch, um es zu beheizen“. In Kartuschen mit einem Druck von 200 Bar lagert der Wasserstoff neben der von einer gelben Mauer umgebenen Tankstelle auf dem Gelände des Werkteils Hürth. Mithilfe eines Kompressors wird der Druck auf 350 Bar erhöht und der Wasserstoff in den Bus „getankt“. Um den insgesamt 40 Kilo­ Wußten Sie schon? Auch hier in der Region sind sie schon unterwegs Derzeit fahren zwei Brennstoffzellen-Hybridbusse im Linienverkehr der Städte Hürth und Brühl, weltweit sind es etwa 100. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken und einen umweltfreundlichen Nahverkehr zu schaffen, wird die RVK im kommenden Jahr (2019) 30 wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenbusse in der Region Köln einsetzen. gramm fassenden Tank, der sich auf dem Dach des Busses befindet, komplett zu befüllen, braucht man etwa 7-8 Minuten – zum Vergleich: Das Volltanken eines Dieselbusses dauert circa fünf Minuten. Mit einer Ladung kommt der Wasserstoffbus einen ganzen Tag im Linienverkehr aus, genauso wie üblicherweise eingesetzte Dieselbusse. ABER WOHER KOMMT EIGENT- LICH DER HIER VERWENDETE WASSERSTOFF? Der für die Tankstelle benötigte Wasserstoff wird nachhaltig und lokal erzeugt. Er kommt direkt aus dem Chemiepark Knapsack und entsteht als Nebenprodukt der Chlorproduktion. Bei der Chlorelektrolyse fallen dabei täglich bis zu 20 Tonnen Wasserstoff an. Anstatt ihn zu entsorgen, wird er für das Betanken der Brennstoffzellen-Hybridbusse weiterverwendet. DIE VORTEILE VON WASSER- STOFF ALS ENERGIETRÄGER UND KRAFTSTOFF Aktuell herrscht in Deutschland ein Überschuss an industriell hergestelltem Wasserstoff. Der Rohstoff, um die Busse zu betreiben, ist also durchaus vorhanden. Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge sind außerdem nicht nur besonders nachhaltig, sondern vor allem sehr leise und umweltfreundlich: Anstelle der klimaschädlichen Abgase eines Dieselmotors stößt der Auspuff des Wasserstoffbusses lediglich reinen Wasserdampf aus, der nicht schädlich für die Umwelt ist und in den natürlichen Kreislauf zurückgelangt. Durch die hohen Reichweiten, die Flexibilität im Einsatz und kurze Betankungszeiten könnten konventionelle Dieselbusse nahezu 1:1 ersetzt werden. KNAPSACKSPIEGEL 12.2018 | 23

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