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KnapsackSPIEGEL 11-12/2018

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

MENSCHEN SIND

MENSCHEN SIND MATROSCHKAS W ie oft schon sind wir mit einer wohl durchdachten Einkaufsliste auf Einkaufstour gegangen, aber nicht mit den Produkten nach Hause gefahren, die wir auf der Liste stehen hatten? Wenn das „Me“ dem „I“ einen Streich spielt, dann ist es um die rationale Kaufentscheidung oftmals schlecht bestellt. Markus Küppers und Anja Irlenbusch von dem Kölner Marktforschungsinstitut september Strategie & Forschung erklärten in einem Vortrag im „Blauen Saal“ des InfraServ Hauptgebäudes diesen Monat diese Hintergründe. „september“ führt im Namen großer Konsumgüterhersteller tiefenpsychologische Marktforschung durch, um solche Kaufentscheidungen zu simulieren und dabei die Beweggründe für den Kauf eines Produkts, oder eben auch die Ablehnung des Produkts zu untersuchen. Das Handeln entgegen rationaler Logik ist oft ein Ergebnis unseren inneren Kindes „Me“, das sich gegen die erwachsene Hülle „I“ durchsetzt, gleichsam den Matroschka-Figuren, die sich übereinander stülpen lassen. Das „I“ repräsentiert die sozialisierte Hülle, unser bewusstes und meist langsames Denken. Das „Me“ stellt eine kindliche, unbewusste, Impuls setzende Triebkraft dar, dem sich unsere erwachsene Hülle meist geschlagen geben muss. Eine der Hauptaufgaben des „I“ ist, die Entscheidungen des „Me“, uns selbst zu erklären. Wir „wissen“ ja immer, warum wir etwas tun. Zumindest meinen wir es zu wissen und haben gute Erklärungen. Dies sind aber nicht die wahren Gründe (des „Me“), sondern lediglich Versuche des „I“, einen rationalen Mantel zu bauen. Im Auftrag eines Skin-Care Herstellers untersuchte „september“ zum Beispiel die mögliche Akzeptanz beim Konsumenten für eine Bodylotion-Verpackung in Öko-Optik. Das Ergebnis der Untersuchung fand heraus, dass die Verpackung potenzielle Kundinnen Im Bild von links nach rechts: Geschäftsführer des nova-Instituts Michael Carus, september Geschäftsführer Markus Küppers und Senior Projektleiterin Anja Irlenbusch, Dissemination Manager des nova-Instituts Guido Müller und Leiter Kommunikation der InfraServ Knapsack Thomas Kuhlow. an schrumpelige, trockene Haut erinnerte. Das Produkt wurde ein Flop. Das nova-Institut befragte im Rahmen des Forschungsprojekts BIOFORE­ VER, das im Rahmen des europäischen Forschungsprogramms Horizon2020 vom Bio-based Industries Joint Undertaking gefördert wird, zusammen mit „september“ achtzig Konsumenten rund um die Herstellung von Plastik und deren Nutzung. Zur Überraschung aller Beteiligten wussten die wenigsten der Befragten, dass Plastik gewöhnlich aus Erdöl hergestellt wird. Bio-basierte Polymere, wie zum Beispiel aus Mais, werden von Konsumenten eher mit der Verpackung von Nahrungsmitteln assoziiert als Materialien, die aus Lignozellulose, also Holz, hergestellt werden. Plastik aus Lignozellulosen sollten gemäß der Befragten nur in langlebigen Produkten Verwendung finden, da die wertvollen Bäume langsam wachsen würden. Das Marktforschungsinstitut „september“ zeigte mit dem Vortrag auf, wie wir Menschen in vielen alltäglichen Situationen nicht rational handeln. Für die Marktakzeptanzforschung neuer umweltfreundlicher Produkte auf Basis neuer Technologien sind solche Untersuchungsergebnisse von hoher Relevanz. Markus Küppers und seine Mitarbeiterin machten uns allen deutlich, wie wir bei unseren Kaufentscheidungen, mit oder ohne Einkaufsliste, Marionetten unseres Unterbewusstseins sind. Illustration: sudowoodo – Fotolia.com Ankündigungen & Termine Wir gedenken Erich Seiferth (84) Verstorben am 13.11.2018 Gerhard Reuter (97) Verstorben am 22.10.2018 Jubiläum – Wir gratulieren 40 Jahre Werner Gietzen, InfraServ Knapsack Eintritt 02.11.1978 Lambert Rosell, Vinnolit Eintritt 01.11.1978 Termine nova-Institut: VDI-Nachhaltigkeitsanalyse – auch für die Chemie 11.02.2019, Blauer Salon 30 | KNAPSACKSPIEGEL 12.2018

Das nova-Institut und „september“ bieten zusammen den Unternehmen der chemischen und Kunststoffindustrie Konsumentenforschung mit Tiefeninterviews an. Bei Interesse, wenden Sie sich bitte an Dr. Asta Partanen am Standort: asta.partanen@nova-Institut.de, Tel. 02233.481459 Der nächste Vortrag vom nova-Institut im „Blauen Saal“ findet am 11. Februar 2019 statt, zum Thema „VDI-Nachhaltigkeitsbewertung in Theorie und Praxis“. Einen Teaser hierzu finden Sie rechts auf dieser Seite. Wußten Sie schon, … … dass die Rhein-Erft Akademie Sponsor des Sportvereins DJK Südwest Köln ist NEUE BANDE So werden Sportler und Besucher des Sportplatzes „Unterer Komarweg“ seit Oktober mit den Slogans des Bildungsunternehmens auf einer Bande begrüßt. Verein und Akademie haben damit im übertragenen Sinne Bande geknüpft, die den Beginn einer bereichernden Zusammenarbeit markieren. „Grundsätzlich ist es uns wichtig, uns in der Region sozial zu engagieren und Präsenz beim Thema Sport, insbesondere im Bereich Kinder und Jugendliche, zu zeigen“, erklärt Dr. Kerstin Vorberg, Geschäftsführerin der Rhein-Erft Akademie. Die Kooperation mit der DJK Südwest Köln bietet der Bildungsakademie dazu Gelegenheit. Fit für die Zukunft – die Bande am Platz visualisiert, was gelebt werden soll, das gilt für den Sport ebenso wie fürs Lernen. „Fit für die Zukunft“. Nicht nur körperlich, sondern auch im Hinblick auf Bildung. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien einen guten Start ins neue Jahr – bleiben Sie uns auch 2019 als treue Leser erhalten! Illustration: theromb – Fotolia.com ALLES WILL NACHHALTIG SEIN Nun gibt es vom VDI eine Richtlinie, mit der man Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung evaluieren kann! V erbraucher achten heute verstärkt auf die Nachhaltigkeit von Produkten, immer mehr auch in der chemischen Industrie. Neue Produkte wollen nachhaltig sein und werben damit. Doch „nachhaltig“ ist kein geschützter Begriff, oft stecken dahinter vage Versprechen ohne entsprechendem Nachweis. Die Frage bleibt offen: Was bedeutet Nachhaltigkeit und wie kann sie belegt werden? Die VDI-Richtlinie 4605 zur Nachhaltigkeitsbewertung, bietet ein einfaches, transparentes Verfahren zur nachvollziehbaren, vergleichenden Nachhaltigkeitsbewertung von Prozessen und Produkten. Entscheidend bei der Bewertung ist dabei die Beschäftigung mit allen drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Um diese Aspekte im Endprodukt zu verwirklichen, muss der Ansatz über die gesamte Wertschöpfungskette verfolgt werden und stellt so immer höhere Ansprüche an die chemische Industrie. Durch die Nachhaltigkeitsanalyse eines Entwicklungsprozesses wird die Grundlage dafür geschaffen, diesen so zu steuern und optimieren, dass am Ende für die entwickelten Systeme und Produkte die ökologischen, ökonomischen und sozialen Ziele in einem ausgewogenen Verhältnis erreicht werden können. Wichtigste Ziele hierbei sind eine Verbesserung der Wertschöpfung einhergehend mit Verringerung der Umweltbelastungen, Verringerung sozial unerwünschter Auswirkungen und der Förderung positiver sozialer Wirkung. Die Nachhaltigkeitsbewertung nach VDI-4605 wurde vom nova-Institut im Kontext der Chemie und Biotechnologie schon in mehreren Industrie- und EU-Projekten erfolgreich angewendet. Wir stellen Ihnen die Theorie und Praxis anhand einiger Projekte vor. KNAPSACKSPIEGEL 12.2018 | 31

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