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KnapsackSPIEGEL 11-12/2018

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

Wußten Sie schon, …?

Wußten Sie schon, …? Der NAMUR-Arbeitskreis „Informationsmanagement und Werkzeuge“ behandelt im Rahmen seines Erfahrungsaustausches, seiner Konzeptentwicklungen, seiner Formulierung von Anforderungen an Automatisierungslösungen und seiner Beteiligung an der nationalen und internationalen Normung u. a. folgende Themen: • Der Digitale Zwilling in der Prozessindustrie in Bezug auf die Instrumentierung, Elektrotechnik und Automatisierung • Ersetzung von Document Handover durch Data Handover • Auswahl der notwendigen Informationsmodelle aus bestehenden nationalen und internationalen Normen zur Abdeckung der für den digitalen Zwilling notwendigen Informationen • Prüfung der Informationsmodelle auf Kompatibilität zueinander • Schnittstelle zu anderen NAMUR-AKs, die fachspezifische Informationsmodelle erstellen • Schnittstelle zum NAMUR AK 1.1, der Prozesse zur Aktualisierung der Informationsmodelle entwickelt Weitere Informationen unter https://bit.ly/2qvfFLu Besuchen Sie zu dem Thema auch das Symposium Computer-Aided Process Optimization. Michael Strack, Leiter Engineering bei InfraServ Knapsack, wird dort den Vortrag „The digital twin of a production plant“ halten. Date: 25/01/2019 Time: 9:00-17:00 Location: Hilton Cologne Marzellenstr. 13-17, Cologne 50668, Deutschland Weitere Informationen zur Veranstaltung und Agenda finden Sie online! BEDEUTET DIE EINFÜHRUNG DES DIGITALEN ZWILLINGS NICHT, DASS SICH AUCH DIE PLANUNGS- UND INSTANDHALTUNGSPROZESSE IN ZUKUNFT ÄNDERN WERDEN? Das steht für mich außer Frage. Allerdings sollte man das nicht nur am Digitalen Zwilling alleine betrachten, ganz einfach weil dies nicht der einzige Aspekt der Digitalisierung ist. Auf der NAMUR Hauptsitzung wurden verschiedene Punkte diskutiert, die das bisherige Arbeiten grundlegend ändern. So stellen modulare Anlagen ganz andere Anforderungen an die Planungsprozesse und die Programmierung im Leitsystem als konventionelle Anlagen. Weiter werden verstärkt kostengünstige Sensoren, die weniger zuverlässig sind als konventionelle Sensorik, in den Anlagen zur Zustandsdiagnostik verwendet. Das gilt ebenso für zusätzlich zum eigentlichen Messwert aufgenommene Messwerte eines Sensors, beispielsweise die Temperaturmessung einer Coriolis-Durchflussmessung. Diese Informationen müssen transportiert ausgewertet werden, wozu aufgrund fehlender Verkabelungsmöglichkeiten Funktechnologien zum Einsatz kommen. Hier stellt sich der ISK als Standortbetreiber die Herausforderung, die Installation eines 5G-Netzwerks im Chemiepark vorzunehmen. Aber auch die Instandhaltungsprozesse können ganz anders aufgesetzt werden, wenn aufgrund der zusätzlichen Sensorik vorausschauende Instandhaltung betrieben werden kann. Die sich aus der Digitalisierung ergebenden Änderungen im Planungsprozess wird die NAMUR in einem eigenen Arbeitskreis entsprechend begleiten. Mit diesem Arbeitskreis arbeiten die anderen Arbeitskreise, die die Modelle und Ideen entwickeln, eng zusammen, so dass sich hier ein vollständiges Bild ergibt. KANNST DU IN EINEM SATZ ZUSAMMENFASSEN, WO DU DIE GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG IN DER DIGITALISIERUNG SIEHST? Ich kann es versuchen, indem ich einen Kollegen aus dem Arbeitskreis zitiere: „Die alte ingenieurstechnische Semantik in den Köpfen der Menschen steht dem Computer nicht zur Verfügung.“ Und genau diese Semantik müssen wir dem Digitalen Zwilling über Informationsmodelle beibringen. 8 | KNAPSACKSPIEGEL 12.2018

ES REICHT NICHT, NUR GUT ZU FUSS ZU SEIN Klaus Hergert marschierte 100 Kilometer und ging dabei über seine Grenzen. D as war die härteste Challenge in meinen 60 Jahren“, sagt Klaus Hergert über den „Megamarsch“. Der Chemikant bei Lyondell­ Basell hat in seinem Leben schon viel gemacht und keine Scheu vor Herausforderungen. So unternahm er vor einigen Jahren eine Reise in die Arktis, von der er heute noch schwärmt. Außerdem hat der Hürther immer viel Sport gemacht, unter anderem Karate – ein guter Ausgleich zur Tätigkeit im Werk, wo Hergert seit 42 Jahren arbeitet. Beim Brühler Turnverein baute er die Kampfsportabteilung mit auf, zuletzt trainierte er Jugendliche im Hürther Juze. „Als ich vor 17 Jahren in die MPP-Anlage gewechselt bin, ging das durch die Wechselschichten nicht mehr.“ Hergert wollte aber nicht auf der faulen Haut liegen, machte seinen Rettungstaucherschein, ging ins Fitnessstudio und probierte es mit Laufen. „Das war aber nichts für mich.“ Dann erfuhr er 2017 von den „Megamärschen“, bei denen es darum geht, Hergert beim Training am Rursee 50 Kilometer in zwölf oder 100 Kilometer in 24 Stunden zu gehen. Seit wenigen Jahren gibt es die Veranstaltung in jeder größeren deutschen Stadt und sogar auf Sylt. Hergert meldete sich kurz entschlossen für den Rhein-Ahr- Marsch an und ging davon aus, dass die 50 Kilometer für ihn kein Problem seien. „Ich habe Leute, die walken, immer belächelt“, gibt er zu. „Aber ich habe völlig unterschätzt, wie anstrengend es sein kann. Es reicht nicht, nur gut zu Fuß zu sein.“ Von Remagen aus ging der Marsch nach Rheinbach bei 28 Grad und Sonnenschein. Vor allem die Steigung aus dem Ahrtal hinauf brachte Hergert an seine Grenzen: „Da war ich fix und fertig.“ Also galt es, die Sache beim nächsten Mal geplant anzugehen. Er holte sich Tipps von anderen Teilnehmern, testete verschiedene Schuhe und Socken und trainierte regelmäßig längere Distanzen, anfangs 30, später mehr als 70 Kilometer: Von Hürth über die Ville nach Bonn, dann am Rhein entlang bis Köln. „Da bekommt ‚ze Foss no Kölle jonn‘ eine ganz andere Bedeutung“, schmunzelt der 60-Jährige. DURCH DIE NACHT Am 22. September 2018 startete er schließlich beim Kölner Megamarsch auf der 100-Kilometer-Strecke. Um 16 Uhr ging es los, durch die Nacht und bis zum nächsten Nachmittag. Stirnlampe, Reflektoren und Handy waren Pflicht für die Geher. Mit Hilfe einer Trinkblase mit Elektrolyten und regelmäßiger Verpflegung – alle 20 Kilometer wartete eine Station – absolvierte Hergert die Tour von Brühl nach Nettersheim in der Eifel. „Leider hat es den ganzen Tag geregnet“, erzählt er. „Bei den Verhältnissen ist nur etwa jeder vierte der 1.600 Teilnehmer überhaupt angekommen. Man muss die Kräfte richtig einteilen und ein gutes Zeitmanagement haben.“ Furcht vor nächtlichen Waldwanderungen sei auch nicht angeraten, „das war teils stockdunkel“. Vor dem Verlaufen schützten Pfeile an den Wegen sowie eine Navi-App. Diesmal schaffte Hergert die 50 Kilometer gut, nach 70 aber ging es eine enorme Steigung hinauf. „Die hat mich ziemlich zerstört.“ Kurz vor dem Ende führten noch einmal Serpentinen nach oben. „Ich habe noch nie so viele Bananen gegessen“, erinnert sich Hergert lachend. Durchweicht und mit wunden Füßen, in die sich das darum gewickelte Tape eingeschnitten hatte, kam der Hürther nach 22 Stunden im Ziel an. „Man spürt durch das Adrenalin irgendwann keinen Schmerz mehr“, sagt er. „Ich hätte sogar noch weitergehen können.“ Hergert ist enorm stolz, es geschafft zu haben. „Vorher haben alle gesagt, das geht nicht. Aber wenn man den Willen hat, dann kann man über seine Grenzen gehen.“ Er habe viel Anerkennung für die Leistung bekommen, auch von den Kollegen. Und nun? Eine neue Herausforderung? „Ich möchte nächstes Jahr in Berlin und Hamburg mitgehen“, kündigt Hergert an. „Jetzt bin ich angepiekst.“ Wer mehr wissen möchte: www.megamarsch.de KNAPSACKSPIEGEL 12.2018 | 9

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