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KnapsackSPIEGEL 11-12/2019

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Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chemieparks Knapsack

„MAN MUSS ÜBER DIE

„MAN MUSS ÜBER DIE EIGENE KOMFORTZONE HINAUSBLICKEN“ Vor dem Hintergrund des 100-jährigen Bestehens der Werkfeuerwehr tauschen sich vier Feuerwehrmänner aus, die am Anfang und am Ende ihrer Dienstzeit stehen: Wie haben sich die Arbeit auf der Feuerwache und der Umgang miteinander in den vergangenen 40 Jahren verändert? D ie Altersspanne bei der Werkfeuerwehr reicht zurzeit von 22 bis 63 Jahren. Die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Generationen funktioniert und ist effektiv: „Die älteren Kollegen halten den Laden zusammen, wir lernen viel von ihnen“, betont Tim Kluckhuhn (28), seit Anfang 2017 bei der Werkfeuerwehr. „Wir jungen Leute wiederum bringen frischen Wind und Kenntnis neuer Techniken mit.“ So sehen es auch Rüdiger Menges (62) und Hans-Peter Blumenthal (59), beide seit 1980 auf der Wache. Seit sie hier den Dienst begannen, hat sich vieles im Arbeitsleben der Feuerwehrmänner verändert – angefangen bei der Ausrüstung: „In den 80er Jahren trugen wir noch Ledermantel und -stiefel“, weiß Menges. Auch die Fahrzeuge und die Geräte seien vielseitiger geworden. HOHE STANDARDS BEIM BRANDSCHUTZ Gleichzeitig habe sich die Zahl der Einsätze stark verringert. „Ich hatte meinen ersten Einsatz schon nach zehn Tagen auf der Wache, da war Granulat in Brand geraten“, erinnert sich Blumenthal. „Durch die zahlreichen Hochöfen war die Brandgefahr ja früher auch ungleich größer.“ Heute wird die Werkfeuerwehr eher selten zum klassischen Feuerlöschen gerufen, was auch den hohen Standards beim Brandschutz zu verdanken ist. Einsätze finden eher wegen eines Stoffaustritts statt, es wird technische Hilfe geleistet oder auch einmal ein Tier gerettet. Auch der Rettungsdienst hat sich verändert. „Früher haben wir drei bis vier Mal am Tag Patienten gefahren“, so Menges. In den Augenkliniken des Umlands habe man gewusst, dass die Werkfeuerwehr die Patienten stets gut versorgte und vor- 12 | KNAPSACKSPIEGEL 12.2019

ereitete. Trotz der für die damalige Zeit hohen Sicherheitsstandards seien die Unfallzahlen viel höher gewesen als heute. „Inzwischen sind die Sicherheitsvorschriften noch viel strenger und es ist deutlich ruhiger geworden“, stellen Kluckhuhn und der fast gleichaltrige Danny Hansel (29, seit zwei Jahren bei der Werkfeuerwehr) fest. Genügte früher der klassische Erste-Hilfe-Schein, um Patienten im Rettungswagen zu fahren, so ist heute eine Schulung nötig. Damit gehen weitreichendere Rechte einher, so ist den Sanitätern etwa die Verabreichung von Medikamenten erlaubt. „Der RTW ist heute wie eine kleine Intensivstation“, erklärt Kluckhuhn. Er selbst durchlief als erster bei der Werkfeuerwehr eine Ausbildung zum Notfallsanitäter, inzwischen wurde ein weiterer Kollege eingestellt. Da die Ausbildung langwierig ist, fehlt es leider – noch – an Nachwuchs. POSITIVE VERÄNDERUNGEN Eine weitere, durchaus positive Veränderung in den vergangenen Jahrzehnten erlebte der Kontakt zur Feuerwehr der Stadt Hürth. „Früher war die Distanz größer“, berichten die Kollegen der Werkfeuerwehr. Heute aber finde einmal im Monat ein gemeinsamer Übungsdienst statt. Zudem werde zusammen mit den städtischen Höhenrettern trainiert. Ebenfalls weniger distanziert ist innerhalb der Werkfeuerwehr das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Kollegen. Blumenthal nennt es „kameradschaftlich“: „Früher siezte man die Vorgesetzten, und der Ton war rauer. Es war noch ein anderes Hierarchiedenken.“ Zu der Zeit sei von „oben“ bestimmt worden, wer welche Arbeiten auf der Wache zu verrichten hatte, wie etwa die Wartung der Fahrzeuge. Inzwischen wählt jeder sein spezielles Sachgebiet. Einig sind sich die Kollegen: „Die Mischung aus Erfahrung und frischem Wind ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Eine wichtige Veränderung fand vor einigen Jahren im Schichtsystem statt. Gab es früher drei Schichten, so sind es jetzt nur noch zwei, aber als 24-Stunden-Dienst. Da ist der Zusammenhalt untereinander besonders wichtig. „Der muss da sein, denn draußen gilt es“, betont Menges. Er und seine Kollegen bezeichnen das Leben auf der Wache als sehr familiär – eine spezielle und intensive Form der Kollegialität. Man kocht etwa zusammen und macht gemeinsam Dienstsport. Auch dies übrigens eine Neuerung der jüngeren Vergangenheit: Der damalige Leiter der Werkfeuerwehr, Friedhelm Breuer, führte das zweimalige Training in der Woche ein, da viele Kollegen nicht fit genug waren. Wie in einer Familie gibt es natürlich auch Spannungen und Meinungsverschiedenheiten. „Dann wird diskutiert und nach einer Stunde ist es wieder gut“, beschreibt Danny Hansel die Situation. „Man muss in unserem Job oft über die eigene Komfortzone hinausblicken.“ Einig sind sich die Kollegen: Es läuft nicht ohne die ältere Generation, und die Jüngeren bilden mit der ihnen eigenen Sicht auf die Arbeit einen notwendigen Gegenpol. Die Mischung aus Erfahrung und „frischem Wind“ ist der Schlüssel zum Erfolg. KNAPSACKSPIEGEL 12.2019 | 13

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