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KnapsackSPIEGEL 11-12/2020

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Das Magazin des Chemieparks Knapsack

ÜBER GENERATIONEN MIT

ÜBER GENERATIONEN MIT KNAPSACK VERBUNDEN Familie May blickt auf über 170 Jahre Arbeiten in Knapsack zurück T radition hat einen großen Stellenwert am Standort Knapsack. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Knapsack haben eine lange Verbundenheit mit „d‘r Chemischen“ auf dem Knapsacker Hügel. Großeltern, Eltern, Geschwister und andere Familienmitglieder haben in den über 110 Jahren des Bestehens des Standortes einen sicheren Arbeitsplatz gefunden. Stellvertretend für alle „Familienbanden“, die auch heute noch aktiv im Chemiepark Knapsack arbeiten, haben wir Reiner May, Arthur May und Brigitte Huber, geborene May, aus Berrenrath und Gleuel für eine kurze Reise durch die Arbeitszeit in Knapsack gewinnen können. Der erste aus der May-Dynastie in Knapsack war der 1985 verstorbene Großvater Arthur May. 1934 begann dieser mit 22 Jahren im Carbid-Betrieb seine Tätigkeit. Nach der Rückkehr aus dem 2. Weltkrieg stieg er wieder im Kalk-Stickstoff-Betrieb ein. Letzte Station vor seiner Pensionierung 1975 war das Postbüro. Ihm folgte 1950, mit dem Beginn seiner Lehre zum Betriebsschlosser, sein Sohn Reiner im Alter von 14 Jahren. Nach der Lehre arbeitete er zunächst innerhalb des Werkes – wie damals üblich – bei einer Fremdfirma. Nach zwei Jahren wurde er wieder eingestellt in der Laborwerkstatt der Forschung, die der Organischen Werkstatt 4 zugeordnet war. Als die Organische Werkstatt einige Jahre später aufgelöst wurde, blieb er im Bereich der Forschung und war Wegbegleiter beim Aufbau vieler Knapsacker Betriebe vom Laborversuch über den Technikumsversuch bis zum Aufbau von Produktionsbetrieben. Dabei meint er rückblickend, dass „jeder Versuch eine spannende Angelegenheit war. Das alles funktioniert aber nur dann, wenn Chemiker und Handwerker gut zusammenarbeiten und sich gegenseitig zuhören.“ Zu seinen Spezialgebieten gehörten die Pumpen, die er zum Teil auch mitentwickelte. Bis 1994, dem Jahr seiner Pensionierung, war er mit Leib und Seele bei der Arbeit. Seine große Verbundenheit zum Standort Knapsack besiegelte er damit, dass er zu den Gründungsmitgliedern der Pensionärsvereinigung Knapsack e.V. gehörte, dessen Gemeinschaft er sehr schätzt und ein wenig traurig ist, dass wegen Corona derzeit viele Aktivitäten des Vereins nicht möglich sind. PSM- UND MCE – BETRIEBE DER FAMILIE MAY Einer, der von Reiner May im Aufbau begleiteten Betriebe, war der derzeit von BASF geleitete PSM3-Betrieb, in und an dem sein Sohn Arthur seit vielen Jahren im Rahmen der Betriebsbetreuung der YNCORIS arbeitet. Arthur May begann 1978 seine Ausbildung zum Betriebsschlosser bei Hoechst und arbeitete danach in der Werkstatt Hürth, Futtermittel DCP und Gips. Nach seinem Wehrdienst 1983 stieg er wieder in Knapsack ein und durchlief mehrere Stationen: von der Werkstatt Hürth zur Montagekolonne EMR, die Schaltkästen baute, bis zum Braunsteinbetrieb. Ersten Kontakt zum Pflanzenschutz bekam Arthur May 1986: Zunächst als Mitarbeiter im Illoxan-Betrieb, PSM2, 24 | KNAPSACKSPIEGEL 12.2020

der erweitert wurde – daran anschließend kam er als Bundeswehrvertretung in den PSM3-Betrieb. Bei der Ausbildung zum Betriebsschlosser hat es Arthur May nicht belassen. In der Abendschule befähigte er sich als Fachmann für Organisation (ReFa) und absolvierte einen Meisterkurs. Von da an galt er als technischer Angestellter. „Heute nennt man das Operations Manager“, sagt May und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich bin der einzige Manager, der abends mit dem eigenen Auto nach Hause fährt.“ Seit 1986 ist Arthur May für die Betriebsbetreuung der YNCORIS im PSM3-Betrieb tätig. Auf die Frage nach seinem bisher spannendsten Auftrag, antwortet er: „Der erste komplette Stillstand des PSM3-Betriebes in 2008 unter meiner Verantwortung. Da gab es so viele Dinge, die ich dabei gelernt habe, die ich als Schlosser nicht kannte. Das war spannend, aber hat auch sehr viel Spaß gemacht.“ Das „Küken“ in der Familie May ist Brigitte Huber. Sie startete in Knapsack 1980 mit einer Ausbildung zur Bürogehilfin und fand nach Abschluss der Prüfung ihren Platz im Direktionssekretariat der Hoechst AG. Nach ihrer Qualifikation als Sekretärin in der Abendschule wechselte sie 1987 als Sekretärin zum damaligen Leiter der Rechtsabteilung, Dr. Lanz. An diese Zeit denkt sie gerne zurück, denn es war eine sehr spannende und interessante Aufgabe. Nach der Geburt ihres ersten Kindes 1990 kam Brigitte Huber 1991 zurück und unterstütze den Leiter der Produktion I, Dr. Hans Haas, bis zu dessen Pensionierung 1997. Bei seinen Nachfolgern Dr. Michael Henrich und Dr. Jörg Schmid, damals schon Clariant, blieb sie bis 1998, dem Geburtsjahr ihres zweiten Kindes, in Knapsack. Nach Rückkehr aus der Elternzeit 2001 wurde sie im Bereich der Monochloressigsäure (MCE) eingesetzt. Beim damaligen Leiter der MCE, Dr. Johannes Rosenthal und den Kollegen im Betrieb fühlte sie sich gut aufgehoben. Denn Dr. Rosenthal und einige Kollegen kannten sowohl ihren Vater als auch ihren Mann, der ebenfalls nach der Ausbildung bei Hoechst einige Jahre in der EMR-Betriebsbetreuung „Ich empfand den Übergang von Hoechst zu InfraServ Knapsack als Glücksgriff. Weniger Hierarchieebenen – und es gab weitaus mehr Möglichkeiten sich zu entfalten.“ Arthur May im „Monochlor“ gearbeitet hatte. Brigitte Huber: „Es war und ist fast so wie eine Familie.“ Mit dem späteren Übergang der Monochloressigsäure von Clariant auf CABB wechselte Brigitte Huber erneut den Arbeitgeber. Heute ist sie Assistentin des Werkleiters der CABB, Dr. Wolfgang Schick. NACH HOECHST KAM DER CHEMIEPARK KNAPSACK „Ich empfand den Übergang von Hoechst zu InfraServ Knapsack als Glücksgriff“, blickt Arthur May zurück und ergänzt: „Obwohl es schon spannend war, denn Hoechst kannte jeder, die InfraServ Knapsack eigentlich niemand. Mir gefiel die schlankere Führungsstruktur, die mit der InfraServ Knapsack einherging und betrachtete das als Vorteil. Weniger Hierarchieebenen – und es gab weitaus mehr Möglichkeiten sich einzubringen und zu entfalten.“ Auch Brigitte Huber erinnert sich, „dass ich es spannend fand und mich auf die neue Ära Knapsack freute, auch wenn man nicht genau wusste, was passieren würde. Es war und ist spannend zu sehen, wie sich die Unternehmen in dieser Zeitspanne entwickelt haben und immer noch entwickeln.“ Wenn so viele Familienmitglieder dann privat zusammenkommen, dauert es hier und da keine 30 Minuten, bis der Chemiepark zum Thema wird. Dabei wird auch die ein oder andere Anekdote erzählt und zum Schluss sind sich alle einig, dass es schön war und ist auf der „Chemischen“ zu arbeiten, auch wenn sich die Zeiten geändert haben. Der Wunsch der Familie May für Knapsack lässt sich so zusammenfassen: Dass der Chemiepark Knapsack weiterhin so erfolgreich existiert und expandieren kann und auch in Zukunft vielen Menschen einen guten und interessanten Arbeitsplatz bietet. Anekdoten aus Knapsack (v. l.): Brigitte Huber, Reiner May und Arthur May erinnern sich KNAPSACKSPIEGEL 12.2020 | 25

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