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KnapsackSPIEGEL 11-12/2020

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Das Magazin des Chemieparks Knapsack

GROSS, GRÖSSER,

GROSS, GRÖSSER, GROSSÜBUNG Feuerwehren und Werkskrisenstab testeten erfolgreich die Abläufe im Ereignisfall E s ist 18:15 Uhr: Bei der Feuerwehr am Feierabendhaus schrillt die Alarmglocke. Alle Tore fahren hoch. In kürzester Zeit setzen sich mehrere Einsatzfahrzeuge in Richtung Werksteil Hürth in Bewegung. Dort soll in der Nähe des Gebäudes 2600 beim Verladen ein Stoff an einem Kesselwagon freigesetzt und ein Brand ausgebrochen sein. Zwei Mitarbeiter werden vermisst. Beim Einsatz der Werkfeuerwehr bleibt es nicht. In der Kreisleitstelle geht ein Notruf aus der Sicherheitszentrale „Es gibt immer wieder Wechsel in der Besetzung der Teams und es ist wichtig, dass auch die neuen Kollegen eingespielt sind, mit dem Team funktionieren und ihre Rolle lernen.“ Dr. Wulf Dietrich, Bayer, Werkskrisenstab-Leiter des Chemieparks ein. Der Mitarbeiter fordert zusätzlich den öffentlichen Rettungsdienst und die Feuerwehr Hürth zur Unterstützung an, die wenige Minuten später vor Ort eintreffen. Parallel alarmiert der Notfallmanager den Werkskrisenstab, der in Gebäude 0128 zusammenkommt. Gegen 18:35 Uhr trifft die Polizei am Einsatzort ein, gefolgt von den Vertretern der Bezirksregierung Köln, der Berufsgenossenschaft sowie der unteren und oberen Katastrophenschutzbehörde. Zusätzlich suchen Rettungshunde das Gelände nach dem Vermissten ab, eine Drohne kreist über das Gelände. Währenddessen herrscht in Gebäude 0128 rege Betriebsamkeit. Denn dort hält der Werkskrisenstab die Fäden in der Hand. Während draußen gelöscht und gesucht wird, übernimmt er die Kommunikation innerhalb des Chemieparks Knapsack mit der Öffentlichkeit und den Vertretern von Behörden. REALISTISCH BIS INS DETAIL Was klingt wie das Drehbuch eines Krimiautors ist tatsächlich auch eines – allerdings aus der Feder von Miriam Schütz und Sebastian Hecht vom Notfall- und Krisenmanagement der YNCORIS. Sie haben das Szenario gemeinsam mit Arno Büscher von der Werkfeuerwehr über ein halbes Jahr hin- 6 | KNAPSACKSPIEGEL 12.2020

„Klappt die Kommunikation, klappt das Funkkonzept, werden die Gerätschaften so aufgebaut, dass sie einsatztaktisch einen Wert darstellen? Das Zusammenspiel ist ganz anders, wenn 10 oder 50 Feuerwehrleute im Einsatz sind.“ Ralf Lassmann, Werkfeuerwehr weg geplant. Dazu entwickelten sie das Drehbuch, erstellten die Unterlagen für die unterschiedlichen Funktionen, überdachten die vorhandenen Prozesse und stimmten alle Termine mit den Beteiligten ab. Denn das Drehbuch bildete die Grundlage der bisher größten Übung im Chemiepark. Solche Übungen der Werkfeuerwehr und des Werkskrisenstabs haben schon seit langem ihren festen Platz am Standort, diesmal wirkten jedoch deutlich mehr Organisationen und insgesamt rund 80 Beteiligte mit. „Unser Ziel war es, ein Großereignis so realistisch wie möglich zu simulieren“, sagt Schütz. „Nur so lassen sich die Abläufe authentisch üben und Verbesserungsmöglichkeiten aufdecken.“ Im Ernstfall muss schließlich jeder wissen, was er wann wie und wo zu tun hat. VOM CHAOS ZUR ORDNUNG Bei einem Ereignis im Chemiepark ist die Lage für alle Beteiligten zunächst unübersichtlich: Was genau ist passiert? Welche Stoffe sind ausgetreten? Gibt es Verletzte? Wie viele Einsatzkräfte werden benötigt? Parallel dazu gehen im Werkskrisenstab die Fragen von Medienvertretern und Behörden ein. Gerade in den sozialen Medien verbreiten sich in kürzester Zeit Spekulationen. Effektive und effiziente Kommunikation ist daher der Schlüssel, um schnell vor die Lage zu kommen und die richtigen Schritte einzuleiten. „Bei einem solchen Einsatz ist es wichtig, dass die richtigen Informationen zur richtigen Zeit an die richtige Stelle gelangen“, sagt Schütz. „Und das braucht regelmäßige Übung.“ Das gilt sowohl für die Schadensbegrenzung durch die Einsatzkräfte vor Ort als auch für den Kontakt mit Presse, Öffentlichkeit und Behörden. Eine wichtige Schlüsselfunktion außerhalb des Chemieparks Knapsack bildet dabei die Kreisleitstelle in Kerpen. Ob zusätzliche Rettungskräfte, Materialien oder Fahrzeuge – als zentrale Schnittstelle unterstützt sie die Einsatzleitung an der Schadenstelle. Drei Mitarbeiter waren dafür den ganzen Abend im Einsatz. UNGEWOHNTE SITUATION FÜR DIE FEUERWEHREN In der Realität müssen sich die Feuerwehr Hürth und die Werkfeuerwehr nur selten abstimmen, weil die Werkfeuerwehr in der Regel alle Einsätze im Chemiepark selbst abdeckt. „Gerade deshalb ist es wichtig, solche Großeinsätze regelmäßig zu üben, um im Fall der Fälle vorbereitet zu sein“, sagt der Leiter der Werkfeuerwehr, Ralf Lassmann. „Dabei KNAPSACKSPIEGEL 12.2020 | 7

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