Aufrufe
vor 2 Monaten

KnapsackSPIEGEL 3/2026

  • Weitere Details anzeigen
  • Chemiepark knapsack
  • Yncoris
  • Rudolf pölking
  • Basf
  • Grünflächen
  • Bruno küpper
  • Burak özbolat
  • Tanksanierung
  • Afs
  • Thorsten wolf
  • Hidden places
  • Chemcologne
  • Kooperationstag
  • Chemieforum
  • Daniel wauben
  • Christoph kappenhagen
  • Neue werkstätten
  • Jubiläum duisburg
  • Rhein erft akademie
  • Knapsack cargo gesellschaft
Das Standortmagazin des Chemieparks Knapsack

Start-ups, Forschung und

Start-ups, Forschung und Industrie im Austausch ChemCologne Kooperationstag 2026 in Leverkusen W ie kann die Chemieindustrie trotz Energiekrise, Fachkräftemangel und Transformationsdruck wettbewerbsfähig bleiben? Antworten darauf suchten mehr als 120 Vertreter*innen aus Industrie, Wissenschaft und Start-up-Szene beim ChemCologne Kooperationstag 2026 am Campus Leverkusen der TH Köln. Unter dem Motto „Future-Crafted Chemistry - Where Industry Meets Innovation“ standen in diesem Jahr insbesondere Dekarbonisierung, Digitalisierung, Ressourceneffizienz und neue Kompetenzanforderungen im Fokus. Christoph Kappenhagen, Vorstandsvorsitzender von ChemCologne und Geschäftsleiter der YNCORIS, machte deutlich, wie wichtig Formate wie der Kooperationstag für die Branche sind: „Die Chemieindustrie ist stark in Bewegung. Hier trifft man auf junge Leute, die tolle Ideen haben und einfach loslegen wollen.“ Auch Prof. Dr. Birgit Glüsen, Prodekanin für Forschung und Wissenstransfer an der TH Köln, betonte die Bedeutung der starken Praxisorientierung des Standorts. „Es gibt in unseren Studiengängen sehr früh die Möglichkeit, Kooperationen mit der Industrie durchzuführen.“ ELEKTRISCHE HOCHTEMPERATUR-HEIZER Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Pitch-Session mit fünf Start-ups, die neue Technologien für die Chemie- und Prozessindustrie vorstellten. Zum Gewinner kürte das Die Brancheninitiative ChemCologne e. V. ist das Netzwerk für die Chemieindustrie im Rheinland. Die verschiedenen Partner und Mitglieder aus der chemischen Industrie, öffentlichen Einrichtungen sowie Forschungsund Hochschuleinrichtungen verknüpfen die unterschiedlichsten Kompetenzen zu einer vielschichtigen, starken Verbindung. www.chemcologne.de Publikum Frederick Lessmann Hyper- Heat. Das Unternehmen entwickelt elektrische Hochtemperatur-Heizer für Anwendungen mit Temperaturen bis zu 2.000 Grad, die Erdgas in Industrieprozessen ersetzen können. „Etwa 40 bis 50 Prozent der industriellen Prozesse benötigen Hochtemperaturwärme. Genau dafür gibt es aktuell keine wirtschaftliche Lösung, um weg von Erdgas zu kommen“, erklärte Lessmann. Besonders interessant für die Industrie: Die Systeme lassen sich in bestehende Anlagen integrieren und bei Bedarf hybrid erweitern, um flexibel zwischen Gas- und Elektro-Betrieb zu wechseln. Gerade vor dem Hintergrund stark schwankender Energie- preise könnte dies künftig einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für Unternehmen darstellen. MEMBRANFILTER FÜR KRITISCHE ROHSTOFFE Einen weiteren Ansatz für mehr Nachhaltigkeit präsentierte naion.tech. Das Start-up entwickelt Membranfilter, mit denen kritische Rohstoffe wie Lithium oder Nickel aus industriellen Prozesswässern zurückgewonnen werden können. „Aktuell werden nur acht Prozent der kritischen Rohstoffe recycelt - 92 Prozent gehen verloren“, sagte Gründer Milan Abel. Ziel sei es, bis 2035 eine Million Tonnen kritischer Rohstoffe pro Jahr zurückzugewinnen. Wie Künstliche Intelligenz Unternehmen bei Absatz- und Einkaufsprognosen unterstützen kann, zeigte Sybilion. Das Unternehmen analysiert dazu globale Daten aus Bereichen wie Handel, Energie, Klima und Geopolitik und identifi ziert daraus die Treiber für Preisent wicklungen oder Absatzmengen. Laut Sybilion konnte die Forecast-Genauigkeit bei ersten Kundenprojekten teilweise bereits bis zu 70 Prozent verbessert werden. DIGITALER WISSENSTRANSFER Mit dem Thema Wissenssicherung beschäftigte sich findIQ. Das Start-up entwickelt KI-gestützte Lösungen für den Maschinenservice und will Erfahrungswissen von Mitarbeiter*innen langfristig sichern. „Viele Chatbots durchsuchen nur bestehende Dokumentationen“, 14 | KNAPSACKSPIEGEL 3 / 2026

Der ChemCologne Kooperationstag wird jährlich gemeinsam mit wechselnden Hochschulpartnern organisiert und bringt Unternehmen, Forschende, Studierende und Start-ups zusammen. Ziel ist es, Innovationen schneller in die industrielle Praxis zu überführen, neue Kooperationen anzustoßen und Zukunftsthemen der Branche frühzeitig sichtbar zu machen. Beim ChemCologne Chemieforum am 9. Juni 2026 in Knapsack diskutierte die Branche Fragen zu Wettbewerbsfähigkeit, globalen Markttrends sowie notwendigen strategischen Entscheidungen. Mehr dazu auf Seite 19. sagte Mitgründer Tommy Giesbrecht. Die Lösung von findIQ kombiniert Interviews mit Expertinnen und Experten, Dokumentationen, Videos und Produktionsdaten. Unternehmen könnten dadurch Stillstände reduzieren, neue Mitarbeiter*innen schneller einarbeiten und Systeme optimieren. PILZE FÜR DIE BIOÖKONOMIE Einen Blick in die Bioökonomie der Zukunft bot schließlich Mycolever. Das Start-up entwickelt nachhaltige Inhaltsstoffe auf Basis von Pilzen - unter anderem als Alternative zu klassischen Tensiden oder Emulgatoren und vorwiegend für die Kosmetikindustrie. Weltweit gebe es schätzungsweise fünf Millionen Pilzarten. Gründerin Dr. Britta Winterberg sieht darin großes Potenzial. GRÜNDUNG, FINANZIERUNG UND FUTURE SKILLS Auch die anschließende Diskussion zeigte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Industrie, Hochschulen und Unternehmen. Gemeinsam diskutierten Vertreter*innen aus Start-ups, Start-up-Netzwerken und Finanzindustrie: „Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um Know-how, Vertriebsstrukturen und Netzwerke“, erklärte Gründer Tilman Spitz mit Blick auf die Zusammenarbeit mit Industriepartnern. „Eine zukunftsfähige Idee soll nicht an gemeinsam lösbaren Herausforderungen scheitern. Deshalb beraten wir Start-ups bei der Bewertung der Umsetz barkeit ihrer Technologie sowie bei deren konkreter Realisierung.“ Gordana Hofmann-Jovic, YNCORIS Mehr dazu hier: Prof. Dr. Ulrich Schörken von der TH Köln stellte abschließend das Graduiertencluster „AUFBRUCH“ vor, in dem 37 Promovierende an nachhaltigen Lösungen für die chemische und verarbeitende Industrie arbeiten. Zwischen Pitch-Session, Paneldiskussion, Laborführungen und dem traditionellen Netzwerken im Anschluss wurde deutlich: Die Transformation der Chemieindustrie entsteht vor allem dort, wo Wissenschaft, Start-ups und Industrie sich vernetzen und gemeinsam an neuen Lösungen arbeiten. Auf ein Wort mit ChemCologne Geschäftsführer Daniel Wauben Herr Wauben, können Sie uns kurz erläutern, was ChemCologne macht? Die ChemCologne Region erstreckt sich von Aachen bis Wuppertal und von Bonn bis nach Krefeld und ist die stärkste Chemie-Region in Europa. Unsere beiden wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkte sind einerseits Standortmarketing im In- und Ausland, um ausländische, aber auch inländische Investoren für unsere Region zu gewinnen. Und andererseits das Netzwerken, was seit Jahren immer mehr zunimmt. Wir wollen unsere Unternehmen wettbewerbsfähig halten, indem wir sie zu bestimmten Themen in verschiedensten Veranstaltungsformaten miteinander vernetzen. Ein zentraler Ansatz ist seit knapp zehn Jahren auch die Vernetzung von Start-ups mit der Chemieindustrie. Genau, dies geschieht zum Beispiel beim ChemCologne Kooperationstag oder auf unserer Plattform ChemTelligence. Denn wir haben festgestellt, dass die Unternehmen in den Bereichen Nachhaltigkeit, zirkuläre Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung oder Energiewende besondere Herausforderungen haben, wo es Sinn macht, sie aus dem eigenen Saft herauszuholen. Mit ChemTelligence haben wir eine Onlineplattform geschaffen, wo Unternehmen ihre Challenges aus den verschiedensten Bereichen von externen Leistungsanbietern lösen lassen. | 15

KnapsackSPIEGEL

Copyright 2016 Chemiepark Knapsack – Impressum