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KnapsackSPIEGEL Spezial 4/2025

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KnapsackSPIEGEL Spezial

KNAPSACK SPIEGELSPEZIAL04 2025 Informationen für Nachbarn und Besucher des Chemieparks EDITORIAL 04 / 2025 Liebe Nachbarn, Teilnehmer einer jüngst gestarteten Studie, die sich mit den Möglichkeiten einer CO 2 -Infrastruktur von Köln bis zum Hafen Antwerpen-Brügge in Belgien befasst ZUKUNFTSPERSPEKTIVE KOHLENDIOXID Studie erarbeitet Kosten und Rahmenbedingungen für eine CO 2 -Infrastruktur von der Chemieregion Rheinland bis zur Nordsee K ann die Region rund um Knapsack als Modell für die Verwertung von Kohlendioxid (CO 2 ) dienen? Nicolas Ürlings und Sebastian Trunk aus dem Standortbetrieb von YNCORIS sehen große Chancen und haben daher ein Projekt ins Leben gerufen, das diese Chancen mit Fokus auf die CO 2 -Infrastruktur auslotet. Mit dabei: neun weitere bekannte Unternehmen, wie EEW Energy from Waste, LyondellBasell, Nippon Gases und Shell. CO 2 AUS DEM CHEMIEPARK NUTZEN Die Idee kam den beiden Maschinenbauingenieuren an einem grauen Nachmittag im vergangenen Jahr. Beim gemeinsamen Kaffee fällt ihr Blick auf das Ersatzbrennstoffkraftwerk: Dort entsteht CO 2 , zum Teil sogar aus biogenen Materialien, das im Chemiepark Knapsack nicht verwertet, sondern an die Umwelt abgegeben wird. Klar ist für beide auch, dass Rohöl, aus dem die chemische Industrie derzeit hauptsächlich den Kohlenstoff für ihre Produkte bezieht, irgendwann zur Neige gehen oder zu teuer werden wird. Doch wenn Anlagenbetreiber andere Quellen auftun müssen, warum dann nicht hier aus der Region? Zurück bei Ürlings im Büro zeigt ein Blick auf die Karte die guten Voraussetzungen: Der Petrochemiestandort Wesseling liegt in der Nähe, sogar die beiden Standorte verbindende Trassen und Pipe lines gibt es bereits. Außerdem ver- fügt die Region über diverse Abnehmer von Kraftstoffen und über Kunststoffproduzenten, die Rohöl für die Produktion benötigen. Die beiden fragten sich daher: Wie wäre es, wenn wir das CO 2 im Umkreis rund um den Knapsacker Hügel über die bestehende Infrastruktur sammeln und für die chemische Industrie verfügbar machen könnten? Bis sich eine Nutzung wirtschaftlich rechnet, ließe sich dieses CO 2 in Offshore-Speicherstätten klimaschonend einspeisen. Sowohl für die Nutzung von CO 2 als auch für die Speicherung des Gases ist eine CO 2 -Infrastruktur Voraussetzung - also die Rohrleitungen zwischen Emittenten und Abnehmern. „Wir haben deshalb in Gesprächen entwickelt, dass diese Infrastruktur im Vordergrund der Studie stehen soll“, sagt Trunk. VON DER IDEE ZUR CHALLENGE Trunk und Ürlings schreiben ihre Idee als Challenge bei ChemTelligence aus. Das vom Branchennetzwerk ChemCologne ins Leben gerufene Netzwerk-Forum dient dazu, interessierte Unternehmen zu finden und Ideen gemeinsam umzusetzen. Viele Start-ups nutzen solche Challenges, um neues Wissen zu erwerben und neue Geschäftskontakte zu knüpfen. Die Idee der beiden stößt auf großes Interesse: „Neben fünf Bewerbungen von Challengenehmern meldeten sich direkt einige Unternehmen als Challengegeber bei uns“, sagt Ürlings. Von den potenziellen Challengenehmern - also Unternehmen, die die Möglichkeiten untersuchen und eine belastbare Studie erstellen - erhält die Unternehmensgruppe DBI Gas- und Umwelttechnik den Zuschlag. Sie betreibt anwendungsorientierte, außeruniversitäre Forschung. NEUN CHALLENGEGEBER Als Challengegeber, sprich Finanzierer der Studie, können die beiden YNCORIS Mitarbeiter insgesamt neun Unternehmen gewinnen: den Hafen Antwerpen-Brügge, der mit seinen Plattformen Antwerpen und Zeebrügge als Infrastrukturbetreiber für CO 2 -Exitpunkte zu Offshore-Speicherstätten dienen könnte, Evonik und Nippon Gases als Industriegasnetzbetreiber, EEW, LyondellBasell und Shell als wesentliche Emittenten in Knapsack und Wesseling. Der deutsche Fernleitungsnetzbetreiber OGE und das belgische Pendant Fluxys könnten den Transport nach beziehungsweise die Verteilung innerhalb von Belgien übernehmen. Fluxys plant zudem mit dem Hafen Antwerpen-Brügge und weiteren Partnern die benötigte CO 2 -Infrastruktur in den belgischen Häfen. Das CO 2 -Management ist über das Energieunternehmen SEFE möglich. Trunk: „Somit können wir die gesamte CO 2 -Wertschöpfungs- oder Entsorgungskette namhaft abdecken und die Studie nicht nur wissenschaftlich, sondern auch mit Industrieexpertise bereichern.“ Seit Mitte September läuft die Studie. besinnliche Tage stehen vor der Tür! Am kommenden Wochenende ist bereits der erste Advent. Wer angesichts der weiterhin schwierigen Weltlage noch nicht in Stimmung ist, den können wir vielleicht mit Neuigkeiten aus Knapsack aufmuntern: Der Chemiepark arbeitet unter weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen in der Branche mit Hochdruck an einer erfolgreichen Zukunft unter anderem auch rund um das Thema Kreislaufwirtschaft. Was schon 2009 mit dem Ersatzbrennstoffkraftwerk begann, setzte sich seit 2021 mit der Ansiedelung des Recyclingsunternehmens Palurec (Getränkekartons) und den Planungen für weitere innovative Recycling-Technologien im CPK wie das Kunststoff-Recyclingzentrum von LyondellBasell sowie die kleinindustrielle Depolymerisationsanlage von matterr (siehe Ausgabe 03/2025) fort. Jetzt gehen wir wieder einen Schritt weiter: Auf ursprüngliche Initiative zweier YNCORIS Mitarbeiter soll eine Studie wichtige Erkenntnisse bringen, wie sich Knapsack und die Region für eine nachhaltige Kohlendioxidnutzung zukunftsfähig aufstellen können. Mehr dazu in unserer Titelstory. Nun aber wünschen wir Ihnen, liebe Nachbarn, nicht nur viel Freude beim Lesen der spannenden KSS-Geschichten rund um den CPK, sondern auch friedvolle und besinnliche Tage und alles Gute im neuen Jahr. Wir sehen uns 2026. Benjamin Jochum, Leonie Sengelmann und Thomas Kuhlow Kommunikation Chemiepark Knapsack CO 2 -MODELLREGION? Rund sieben Monate wird sich die DBI Gas- und Umwelttechnik mit den Möglichkeiten einer regionalen, aber auch grenzüberschreitenden CO 2 -Infrastruktur bis zum Hafen Antwerpen-Brügge befassen. Die Challenge schafft wichtige Voraussetzungen, damit sich Knapsack und die Region für eine nachhaltige Kohlendioxidnutzung zukunftsfähig aufstellen können. Ürlings: „Wir sind uns bewusst, dass es noch viele Jahre dauert, bis CO 2 als Rohstoff nutzbar sein wird. Doch wenn wir uns jetzt mit dem Thema beschäftigen, sind wir bereit, wenn es so weit ist.“

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