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KnapsackSPIEGEL Spezial Ausgabe 3/2015

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Informationen für Nachbarn und Besucher des Chemieparks

02 MEHR ALS „NUR“

02 MEHR ALS „NUR“ SICHER ICL hat in die Optimierung der Knapsacker Anlage sowie in den Schutz von Mitarbeitern und Anwohnern investiert S eit der Inbetriebnahme der Phosphorpentasulfid-Anlage in Knapsack vor mehr als 50 Jahren hat die Verwendung des hier produzierten Phosphorpentasulfids (P2S5) zur Optimierung von Schmierstoffen immer weiter an Bedeutung gewonnen. Kein Wunder: Erinnern Sie sich beispielsweise noch, wie oft Sie bei Ihrem ersten Auto das Öl wechseln mussten? Alle 10.000 Kilometer? Dass moderne Diesel-Fahrzeuge heute erst nach etwa 30.000 Kilometern einen Ölwechsel benötigen – obwohl die Ansprüche, beispielsweise an Verdichtung oder Temperaturbeständigkeit, massiv gestiegen sind –, ist auch der herausragend konstanten Qualität des in Knapsack hergestellten Erzeugnisses zu verdanken. Seit 2013 gehört die P2S5-Anlage zu ICL, verzeichnet eine weiterhin konstant gute Auslastung und blickt dank des erwarteten Wachstums auf den Zielmärkten in eine positive Zukunft. Nicht zuletzt auch auf Grund der kontinuierlichen Optimierung der Anlage sowie der dort angewendeten Verfahren und Prozesse: So hat ICL unter anderem jüngst eine zweite Entladestation in Betrieb genommen, die über einen zusätzlichen Vorratstank verfügt. Auf diese Weise soll langfristig eine sichere Rohstoffversorgung Über ICL ICL ist ein global agierendes Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, grundlegende Bedarfe der Menschheit in drei Märkten zu erfüllen: Landwirtschaft, Lebensmittel und technische Werkstoffe (Engineered Materials). Die von ICL hergestellten Produkte beruhen auf Mineralien, die im Konzern gewonnen werden. ICL beschäftigt derzeit ca. 12.000 Mitarbeiter weltweit. Der Umsatz von ICL im Jahr 2014 belief sich auf insgesamt rund US$ 6,1 Mrd. ICL hat jüngst eine zweite Entladestation in Betrieb genommen, die über einen zusätzlichen Vorratstank verfügt gewährleistet werden – denn der wichtigste Rohstoff kommt heute nicht mehr aus Europa, sondern überwiegend aus Asien und Amerika, wie Werksleiter Herbert Neumann erläutert: „Mit dem zusätzlichen, 60.000 Liter fassenden Behälter aus Edelstahl können wir mögliche Verzögerungen in der Transportkette ausgleichen.“ Investiert hat ICL auch in den Schutz von Mitarbeitern und Anwohnern – aktuelles Beispiel hierfür ist der jüngst abgeschlossene Umbau der P2S5-Anlage. Werksleiter Herbert Neumann: „Sie können eine solche industrielle Anlage so konstruieren, dass sie sicher oder extrem sicher betrieben werden kann. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden und signifikante Sicherheitszuschläge beispielsweise bei der Wahl der Rohrleitungswandstärken umgesetzt.“ Und auch wenn es trotz des sehr hohen Sicherheitsniveaus doch mal zu einem Ereignis wie beispielsweise einem Stoffaustritt kommen sollte, ist ICL bestens vorbereitet: Dank der neuen Berieselungsanlage kann die Anlage nun mit ca. 1 Tonne Wasser pro Minute besprüht werden, so dass die Ausbreitung austretender Stoffe noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr eingedämmt werden kann. Wir investieren in den Standort! CABB MODERNISIERT H istorische Chemiefabriken haben mit den heutigen Anlagen nicht mehr viel gemein – war die Herstellung der Erzeugnisse früher im reinsten Wortsinn anstrengendes „Hand-Werk“, werden die Anlagen heute primär mittels moderner Prozessleitsysteme überwacht und gesteuert. Diese Leitsysteme gewährleisten eine besonders effiziente und sichere Produktion und spielen auch im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit der Prozesse und Anlagen eine zentrale Rolle. IN PROZESSLEITSYSTEM INVESTIERT So hat CABB beispielsweise jüngst in die Modernisierung seines Prozessleitsystems investiert und setzt nun verstärkt auf automatisierte Ablaufketten: Wichtige Grundzustände der Anlage, wie zum Beispiel Drücke oder Temperaturen werden nun automatisch abgefragt und geregelt. Auf diese Weise werden die Mitarbeiter entlastet, Fehlerpotenziale minimiert und die Sicherheit weiter erhöht. Ein weiterer Vorteil: Es gibt ein klar definiertes und immer wiederkehrendes Ablaufschema, wie CABB Standortleiter Dr. Wolfgang Schick betont: „So fährt jede Schicht die Anlage gleich und wir erzielen eine konstant hohe Qualität der produzierten Monochloressigsäure.“ Das ist auch deshalb wichtig, weil die Ansprüche der Kunden an das Produkt in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind. CABB hat seit 2014 bereits zwei neue Tanklager für die hochreine Form der Monochloressigsäure samt Verladung in Betrieb genommen. 4 3 5 6 7 2 Das neue Tanklager von CABB samt Verladestation 1 UMWELTFREUNDLICHE ENERGIE FÜR DIE UNTERNEHMEN DES CHEMIEPARKS Seit 2009 verwertet das Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) Knapsack jährlich rund 300.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe und versorgt mit der erzeugten Energie den Standort. Ersatzbrennstoffe sind eine speziell aufbereitete Form von Gewerbe- und Industrieabfällen, die einen wesentlich höheren Heizwert haben als herkömmlicher Hausabfall. 1 CABB Tankerweiterung 2 Clariant Abgaswaschanlage 3 Abwasser-Gesellschaft Knapsack Staubecken-Sanierung 4 KCG Erweiterung Lagerfläche Containerterminal 5 Bayer CropScience Produktionserweiterung 6 ICL neue Entladestation 7 Vinnolit neue Natronlaugeverladestation

03 Wenn die Flamme der Hochfackel zu sehen ist, handelt es sich in der Regel um die jährliche Routinekontrolle KEINE RISIKEN, KEINE UNFÄLLE! Die Hochfackel von LyondellBasell ist eine wichtige Sicherheitseinrichtung L yondellBasell betreibt in Knapsack zwei Produktionsanlagen mit rund 150 Mitarbeitern und produziert dort Polypropylen und Polypropylen-Compounds im großtechnischen Maßstab. Die hergestellten Produkte liefert das Unternehmen an Firmen der Automobil- und Elektroindustrie sowie in die Verpackungsindustrie. Im täglichen Gebrauch sind sie in Karosseriebauteilen und Innenraumverkleidungen, in Gehäusen von Haushaltsgeräten wie Geschirrspülern und Trocknern sowie in Haushaltsverpackungen zu finden und im Praxisalltag somit eigentlich ständig präsent. KONZERNWEITE INITIATIVE „GOAL ZERO“ Manchem Nachbarn des Chemieparks ist LyondellBasell aber noch aus einem anderen Grund ein Begriff: Das Unternehmen verfügt in Knapsack über eine sogenannte Hochfackel – eine wichtige Sicherheitseinrichtung der Polypropylen-Anlage. „Bei einem unvorhergesehenen Ereignis dient das Zünden der Hochfackel dazu, den in der Anlage befindlichen Rohstoff sicher abzuleiten und unter Zugabe von Dampf zu verbrennen“, erläutert Achim Rodekirchen, Manager Operations Knapsack. „So können wir die Anlage kontrolliert herunterfahren und die Fehlerquelle beseitigen.“ Das sieht dann natürlich spektakulär aus und hört sich auch so an, ist für Anwohner aber überhaupt kein Grund zur Beunruhigung. Übrigens musste die Hochfackel seit nunmehr 31 Monaten nicht mehr ungeplant gezündet werden. Aus gutem Grund, wie Rodekirchen betont: „Jedes Ereignis ist für unseren Anspruch einer zu viel – die Null muss stehen. Deshalb hat die ständige Verbesserung der Arbeitsund Anlagensicherheit oberste Priorität.“ Ist die Flamme der Hochfackel doch einmal zu sehen, handelt es sich in der Regel um die jährliche Routinekontrolle, bei der die an der Fackel befindliche Wärmebildkamera getestet wird. Dass der Schutz von Mitarbeitern und „Nachbarn“ für LyondellBasell von elementarer Bedeutung ist, wird beim Betreten der Anlagen und Verwaltungsgebäude des Unternehmens deutlich. Hier fallen sofort die vielen Plakate und Aushänge ins Auge, die an die konzernweite Initiative „Goal Zero“ erinnern. Goal Zero bedeutet: keine Unfälle, keine Risiken, keine Leichtsinnigkeiten, keine Ereignisse mit Auswirkungen für Mitarbeiter, Umwelt und Nachbarschaft, keine Qualitätsmängel. Der Erfolg dieser gemeinsamen Unternehmensvision und -strategie lässt sich mittels folgender Zahl belegen: 2 Jahre! So lange nämlich hat LyondellBasell keinen einzigen meldepflichtigen Unfall in ihren Anlagen in Knapsack zu verzeichnen. , die ANZEIGE VERÖFFENTLICHUNGSPFLICHTEN gemäß § 23 der 17. BImSchV für die Emissionen des Ersatzbrennstoff-Kraftwerk der EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH im Chemiepark Knapsack D as Ersatzbrennstoff-Kraftwerk ist seit 2010 an das Emissionsfernüberwachungssystem (EFÜ) in Nordrhein-Westfalen angeschlossen. Die Abgaskamine der beiden Verbrennungslinien des Ersatzbrennstoff-Kraftwerks gehören zu den besonders überwachten Emissionsquellen im Chemiepark Knapsack. Rund um die Uhr überwachen kontinuierliche Messeinrichtungen die festgelegten Emissionsbegrenzungen gemäß den Anforderungen der 17. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über die Verbrennung und Mitverbrennung von Abfällen – 17. BlmSchV). Beide Verbrennungslinien wurden nach dem Probebetrieb am 1. Januar 2009 offiziell in Betrieb genommen. Nach vorgegebenen Verfahren werden die ermittelten Messwerte automatisch ausgewertet und dokumentiert. Damit können eventuelle Abweichungen vom vorgesehenen Betriebszustand lückenlos erfasst werden. Die Emissionsdaten werden täglich automatisch der Bezirksregierung Köln als zuständige Überwachungsbehörde per Datenfernüberwachung (EFÜ-System) übermittelt. Zusätzlich werden die Emissionsdaten jährlich gemäß § 23 der 17. BlmSchV veröffentlicht. Die Emissionsmessungen werden unterteilt in kontinuierliche und diskontinuierliche Messungen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Langzeitwert (Tagesmittelwert) und dem Kurzzeitwert (Halbstundenmittelwert). Alle Emissionsbegrenzungen sind gleichzeitig einzuhalten. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die genehmigten Kontinuierliche Messungen Grenzwerte Linie 1 Messwerte 2014 Linie 2 Messwerte 2014 Komponenten Halbstundenmittelwert Tagesmittelwert Jahresmittelwerte Jahresmittelwerte Gesamtstaub 30 mg / m 3 10 mg / m 3 0,02 mg / m 3 0,25 mg / m 3 Org. Kohlenstoff 20 mg / m 3 10 mg / m 3 0,13 mg / m 3 0,14 mg / m 3 Chlorwasserstoff 60 mg / m 3 10 mg / m 3 8,96 mg / m 3 8,88 mg / m 3 Stickstoffdioxid 400 mg / m 3 200 mg / m 3 189,64 mg / m 3 183,84 mg / m 3 Schwefeldioxid 200 mg / m 3 50 mg / m 3 1,61 mg / m 3 2,03 mg / m 3 Kohlenmonoxid 100 mg / m 3 50 mg / m 3 21,71 mg / m 3 19,47 mg / m 3 Quecksilber 50 µg / m 3 30 µg / m 3 4,58 µg / m 3 6,22 µg / m 3 Diskontinuierliche Messungen Grenzwerte Messwerte 2014* Messwerte 2014* Komponenten Emissionswerte eingehalten. Die vereinzelt kurzzeitig aufgetretenen Überschreitungen stellten zu keiner Zeit eine Gefahr oder Beeinträchtigung für Mensch und Umwelt dar. Infolge von Anfahrvorgängen sowie Störungen beziehungsweise Optimierungsarbeiten an den Anlagen kam es in 2014 bei den beiden Verbrennungslinien vereinzelt zu Grenzwert-Überschreitungen. Betriebliche Korrketurmaßnahmen wurden unverzüglich eingeleitet und die Behörde darüber informiert. Die hier dargestellte Emissionsstatistik zeigt, dass die genehmigten Emissionsbegrenzungen im Zeitraum vom 01. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 eingehalten beziehungsweise deutlich unterschritten wurden. www.eew-energyfromwaste.com Fluorwasserstoff 4 mg / m 3

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